Tierische Auszeichnung

Schönbrunn-Forscherin bekommt Preis für Kröten-Liebe

Für die Forschung an den sogenannten Schwarznarbenkröten aus Indien erhielt Forscherin Susanne Stückler aus Schönbrunn eine Auszeichnung.
Heute Tierisch
14.07.2026, 10:40
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Eine außergewöhnliche Entdeckung über das Liebesleben von Kröten hat einer Wissenschaftlerin des Tiergartens Schönbrunn eine internationale Auszeichnung eingebracht. Susanne Stückler, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Tiergarten, wurde bei der renommierten Fachkonferenz Joint Meeting of Ichthyologists and Herpetologists in New Orleans für die beste wissenschaftliche Publikation einer Nachwuchsforscherin im Bereich Herpetologie 2025 geehrt.

Die Forscherin hat sich offenbar den Amphibien verschrieben.
©Daniel Zupanc

Leuchtendes Gelb zur Paarungszeit

Im Mittelpunkt der preisgekrönten Studie stehen Schwarznarbenkröten aus Indien – und ein faszinierendes Naturschauspiel. Während ihrer nur ein bis zwei Tage dauernden Laichzeit verwandeln sich die männlichen Tiere von einem unauffälligen Braun in ein leuchtendes Gelb.

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Doch warum dieser plötzliche Farbwechsel? Die Forschung liefert nun eine plausible Erklärung: Die auffällige Gelbfärbung soll Fehlpaarungen im hektischen Fortpflanzungsgeschehen verhindern.

3D-Kröten

Um dieser Frage nachzugehen, setzten die Wissenschaftler braune und gelbe 3D-Modelle von Kröten mitten in das dichte Gedränge hunderter paarungsbereiter Tiere im Wasser. Das Ergebnis war eindeutig: Die Männchen umklammerten die braunen Modelle deutlich häufiger als die gelben.

„Zu dieser Erkenntnis kamen wir mithilfe von braunen und gelben 3D-Krötenmodellen, die während des explosiven Paarungsgeschehens hunderter Tiere im Wasser platziert wurden. Es zeigte sich, dass die Männchen die braunen Modelle deutlich häufiger umklammerten als die gelben.“
Susanne StücklerStudienleiterin
Damit es nicht zu Fehlpaarungen kommt, verfärben sich die Männchen.
©Susanne Stückler, PHD

Für die Forscherin ist die Auszeichnung zugleich die Krönung einer langjährigen Leidenschaft. Schon als Kind begeisterte sie sich für Amphibien und ihre unterschiedlichen Lebensweisen. Heute erforscht sie diese Tiere im Tiergarten Schönbrunn, wo wissenschaftliche Arbeit eine zentrale Rolle spielt.

Allein im Jahr 2025 arbeitete der Tiergarten mit 46 Universitäten, Forschungseinrichtungen sowie Zoos und Aquarien auf der ganzen Welt zusammen.

„Forschung in und mit Zoos bildet oft die Grundlage für erfolgreiche Artenschutzaktivitäten und hilft auch, die Tierhaltung stetig weiterzuentwickeln“
Stephan Hering-HagenbeckTiergartendirektor

Multi-Kulti-Studie

An der ausgezeichneten Studie waren neben dem Tiergarten Schönbrunn auch die Universität Wien, die Brown University in den USA, der indische Landwirt Gopalkrishna Hedge sowie der Herpetologe KV Gururaja beteiligt. Die Forschung an den Schwarznarbenkröten geht indes weiter. Die Tiere werden sowohl in ihrem natürlichen Lebensraum in Indien als auch im Tiergarten Schönbrunn untersucht. Dabei wollen die Wissenschaftler nicht nur ihr Verhalten besser verstehen, sondern auch herausfinden, welche hormonellen Prozesse hinter dem spektakulären Farbwechsel stecken.

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