Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) schlägt Alarm: Der Anteil an Ärzten ohne Kassenvertrag wächst stetig und damit auch die Sorge vor einer Zwei-Klassen-Medizin.
"Wir haben eine sehr starke Entwicklung in der Privatisierung im Gesundheitsbereich", so die Ministerin in einem Interview mit der APA. Dabei stellt sie klar, dass der Privat-Sektor nicht noch größer werden dürfe, als er es jetzt schon ist.
Immerhin gehe es um das "solidarische Gesundheitssystem, das öffentlich ist und das für alle zugänglich sein muss, egal wie viel wer verdient, wo er wohnt oder wie alt wer ist", führt Schumann weiter aus.
Das System, das es in Österreich gibt, sei zwar gut, betont die Ministerin, aber: "Wir haben Entwicklungen, die für die Menschen belastend sind, was die Wartezeiten angeht, was die Versorgungsqualität angeht. Also da sind Baustellen da, die wir übernommen haben und die müssen wir jetzt reparieren."
Dass 40,6 Prozent aller Allgemeinmediziner mit Ordination keinen Kassenvertrag haben, sei für Schumann besorgniserregend. Nun gelte es, die Frage zu beantworten, wie genau diese Ärzte ins Kassensystem gebracht werden können.
Die Lösung sieht Schumann bei der Aufwertung des Systems. Es müsse für die Fachkräfte attraktiver gemacht werden – etwa durch den Ausbau von Primärversorgungseinheiten (PVE). Sie bündeln verschiedene Gesundheitsdienstleistern unter einem Dach. Laut der Ministerin sei das ein "attraktives System für Ärzte".
Darüber hinaus würde sich damit auch für die Patienten einiges verbessern, weil die Primärversorgungseinheiten ein gutes Versorgungssystem darstellen und Randzeiten abdecken. "Die Kosten werden mehr, das ist keine Frage", aber es gelte reformativ einzugreifen, so die Ministerin.