Studie zeigt

Slow Jogging – zehn Minuten reichen bereits aus

Eine Studie zeigt: Zehn Minuten Slow Jogging könnten Stimmung und bestimmte Denkprozesse kurzfristig verbessern.
Heute Life
30.09.2026, 14:54
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Wer bei Müdigkeit oder einem Konzentrationstief an Bewegung denkt, hat meist eines vor Augen: Tempo machen. Doch genau das könnte gar nicht nötig sein. Eine kleine japanische Studie liefert nun einen interessanten Hinweis: Bereits zehn Minuten sehr langsames Laufen könnten kurzfristig die Stimmung aufhellen und bestimmte geistige Prozesse verbessern.

Die Ergebnisse stammen allerdings aus einem kleinen Experiment mit nur 24 jungen Erwachsenen. Sie sind daher eher ein Hinweis als ein Beweis.

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24 Menschen, zwei Tests

Für die im Fachjournal "Imaging Neuroscience" veröffentlichte Untersuchung beobachtete ein Team der University of Tsukuba 24 gesunde junge Erwachsene – 13 Männer und elf Frauen. Alle absolvierten an unterschiedlichen Tagen zwei zehnminütige Einheiten: einmal sehr langsames Laufen auf dem Laufband, einmal ruhiges Sitzen. Welche Bedingung zuerst kam, wurde zufällig festgelegt.

Das Lauftempo war bewusst niedrig. Es entsprach etwa 35 Prozent der individuellen maximalen Sauerstoffaufnahme. Im Schnitt liefen die Männer rund 5,5 Kilometer pro Stunde, die Frauen etwa 3,9 Kilometer pro Stunde.

Also kein schweißtreibendes Training – sondern ein Tempo, bei dem kleine, lockere Schritte möglich waren.

Danach reagierte das Gehirn schneller

Besonders interessant war der sogenannte Stroop-Test. Dabei müssen Menschen widersprüchliche Informationen möglichst schnell verarbeiten. Nach den zehn Minuten Slow Jogging war die sogenannte Stroop-Interferenzzeit stärker verkürzt als nach dem Sitzen. Die Teilnehmer reagierten bei widersprüchlichen Reizen also schneller. Bei der Fehlerquote zeigte sich hingegen kein statistisch signifikanter Unterschied.

Auch die Hirnaktivität wurde untersucht. Dabei registrierten die Forschenden während des Tests stärkere Signale im linken dorsolateralen präfrontalen Kortex und im linken frontopolaren Areal. Diese Hirnregionen stehen unter anderem mit Aufmerksamkeit, kognitiver Kontrolle und Planung in Verbindung.

Das passt zu den schnelleren Reaktionen im Test. Trotzdem gilt: Die Untersuchung zeigt einen Zusammenhang – sie beweist nicht, dass das Laufen sämtliche geistigen Fähigkeiten verbessert.

Gute Laune inklusive

Nicht nur beim Denktest zeigte sich ein Unterschied. Nach dem langsamen Lauf fühlten sich die Teilnehmer wacher und angenehmer gestimmt als nach der Ruhephase.

Besonders spannend: In einer zusätzlichen, ausdrücklich als explorativ bezeichneten Analyse untersuchten die Forschenden die Kopfbewegungen beim Laufen. Dabei zeigte sich ein Zusammenhang zwischen stärkerer Auf-und-ab-Bewegung des Kopfes und einem stärkeren berichteten Freudegefühl.

Dieser Zusammenhang erklärte rund 17 Prozent der Unterschiede bei der Stimmungsverbesserung. Aber Vorsicht: Daraus lässt sich nicht ableiten, dass das Kopf-Wippen für die bessere Laune verantwortlich ist. Warum dieser Zusammenhang auftrat, bleibt offen.

Was bedeutet das nun für den Alltag?

Wer nach einer langen Arbeitsphase müde oder unkonzentriert ist, könnte durchaus ausprobieren, zehn Minuten langsam zu laufen, statt sitzen zu bleiben. Die Studie zeigt immerhin, dass dafür keine hohe Trainingsintensität notwendig war.

Ob dieser Effekt allerdings bei anderen Altersgruppen, bei Menschen mit anderer Fitness oder über längere Zeit hinweg genauso auftritt, bleibt offen. Auch als allgemeine Fitnessstrategie taugt die Untersuchung nicht. Dafür war die Teilnehmerzahl zu klein und der Versuchszeitraum zu kurz.

red,30.09.2026, 14:54
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