Das raten Experten

So oft musst du dein Gemüse wirklich gießen

Wer sein Gemüse im Sommer ständig gießt, macht laut Experten einen Fehler. Entscheidend ist, wie tief die Wurzeln reichen.
Heute Life
13.08.2026, 19:31
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Wer im Sommer regelmäßig zum Gartenschlauch greift - insofern es man das in der aktuellen Trockenperiode überhaupt noch darf - , meint es gut mit seinem Gemüse. Doch tägliches Gießen in kleinen Mengen kann mehr schaden als helfen. Experten raten zu einer anderen Strategie – und die hängt vor allem von der Wurzeltiefe ab.

Jeden Tag ein bisschen? Lieber nicht

Ist die Erde an der Oberfläche trocken, wird gegossen. Viele Hobbygärtner verteilen das Wasser dabei auf mehrere kleine Gaben über den Tag. Bei großer Hitze ist das allerdings wenig effizient. Denn ein Teil des Wassers verdunstet, bevor es die Pflanzen überhaupt erreichen können. Laut Bayerischer Gartenakademie verdunstet bei zwei Litern Wasser pro Quadratmeter und Tag gut die Hälfte wieder.

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Besser sei es, das Beet einmal kräftig zu wässern. Als Richtwert werden rund 14 Liter pro Quadratmeter und Woche genannt – idealerweise an einem einzigen Tag und über mehrere Stunden verteilt. So kann das Wasser langsam in tiefere Bodenschichten eindringen.

Gemüse darf auch einmal einknicken

Auch die Königliche Gartenakademie in Berlin empfiehlt, nicht bei jedem trockenen Oberboden sofort zur Gießkanne zu greifen. Pflanzen, die nicht ständig mit Wasser versorgt werden, bilden eher tiefere Wurzeln.

Das kann sich gerade in Hitzeperioden auszahlen: Erreichen die Wurzeln feuchtere Bodenschichten, kann das Gemüse Trockenphasen besser überstehen. Allerdings gilt das nicht für jede Gemüsesorte gleichermaßen. Entscheidend ist, wie tief die Wurzeln ins Erdreich reichen.

Flachwurzler brauchen häufiger Wasser

Lauch, Petersilie, Radieschen, Salat, Spinat und Zwiebeln zählen zu den Flachwurzlern. Ihre Wurzeln reichen meist nur etwa 15 bis 20 Zentimeter tief. Gerade die oberste Erdschicht trocknet an heißen Tagen besonders schnell aus. Deshalb benötigen diese Pflanzen häufiger Wasser – allerdings in überschaubaren Mengen.

Mitteltiefwurzler sind etwas genügsamer

Erbsen, Gurken, Möhren, Paprika sowie Rot- und Weißkohl reichen mit ihren Wurzeln deutlich tiefer. Bis zu rund 40 Zentimeter können sie ins Erdreich vordringen. Bei normalen Sommertemperaturen reicht häufiges Gießen etwa alle zwei Tage. Steigen die Temperaturen stark an, kann auch tägliches Wässern notwendig werden.

Tiefwurzler brauchen einen kräftigen Schluck

Bei Tomaten, Kürbissen, Melonen und Spargel sieht die Sache wieder anders aus. Sie zählen zu den Tiefwurzlern und können ihre Wurzeln bis zu rund 70 Zentimeter tief ausbilden. Hier bringt oberflächliches Gießen wenig. Das Wasser sollte vielmehr so reichlich gegeben werden, dass es auch tiefere Bodenschichten erreicht.

Regenwasser ist die bessere Wahl

Wer sein Gemüsebeet bewässert, sollte nach Möglichkeit auf gesammeltes Regenwasser setzen. Das spart Leitungswasser und damit Kosten. Für die Pflanzen ist Regenwasser ebenfalls gut geeignet. Es enthält gelöste Mineralstoffe und ist in der Regel weniger kalkhaltig als Leitungswasser.

Die wichtigste Regel für heiße Sommertage lautet daher: Nicht jedes Gemüse braucht gleich viel Wasser. Wer die Wurzeltiefe kennt und danach gießt, kann Wasser sparen – und seinem Gemüse gleichzeitig bessere Wachstumsbedingungen bieten.

{title && {title} } red, {title && {title} } 13.08.2026, 19:31
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