12,2 Cent weniger pro Liter

Spritpreisbremse macht vollen Tank rund 6 Euro billiger

Die Regierung tritt wieder auf die Spritpreisbremse. Im Oktober und November sollen Benzin und Diesel um bis zu 12,2 Cent je Liter entlastet werden.
Newsdesk Heute
23.09.2026, 17:53
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Für Österreichs Autofahrer kommt im Herbst eine neue Entlastung an den Tankstellen. Die Bundesregierung hat sich am Mittwoch auf eine Ausweitung der Spritpreisbremse geeinigt. Im Oktober und November soll die Maßnahme eine Entlastung von insgesamt 12,2 Cent pro Liter bringen. Damit fällt der Eingriff deutlich stärker aus als bei den bisherigen Varianten. Zu Beginn der Maßnahme im Frühjahr waren rund zehn Cent pro Liter vorgesehen. Zuletzt lag die Entlastung deutlich niedriger. Nun soll die Bremse erneut kräftiger greifen.

Die 12,2 Cent setzen sich aus mehreren Teilen zusammen. Die Mineralölsteuer wird um 6,7 Cent je Liter gesenkt. Beim Diesel führt das laut den vorliegenden Angaben bis zum von der EU vorgeschriebenen Mindestniveau. Zusätzlich wird die Marge der betroffenen Unternehmen der Treibstoffbranche um 3,5 Cent je Liter begrenzt. Weil durch den niedrigeren Preis auch weniger Mehrwertsteuer anfällt, steigt die rechnerische Gesamtentlastung auf 12,2 Cent.

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Maßnahme gilt zwei Monate

Bei einem 50-Liter-Tank entspricht das einer Entlastung von 6,10 Euro. Wer beispielsweise 40 Liter tankt, spart rechnerisch 4,88 Euro. Voraussetzung ist allerdings, dass die Entlastung tatsächlich an den Zapfsäulen in diesem Umfang weitergegeben wird. Die neue Regelung soll zunächst für Oktober und November gelten. Ob sie auch im Dezember fortgesetzt wird, soll abhängig von der weiteren Entwicklung der internationalen Treibstoffpreise entschieden werden.

Damit unterscheidet sich die neue Regelung auch von einem klassischen dauerhaften Tankrabatt. Die bisherigen Maßnahmen wurden jeweils für begrenzte Zeiträume ausgestaltet und an die Preisentwicklung gekoppelt. Das Finanzministerium beschreibt die Spritpreisbremse grundsätzlich als Kombination aus Mineralölsteuersenkung und einer Begrenzung der Margen in der Treibstoffbranche.

Regierung will Margen erneut begrenzen

Die Regierung begründet den neuerlichen Schritt mit den stark gestiegenen Preisen für Benzin und Diesel. Hintergrund sind die Entwicklungen im Nahen Osten und deren Auswirkungen auf die internationalen Energiemärkte. Aktuelle Berichte verweisen dabei unter anderem auf die Lage rund um die wichtige Schifffahrtsroute Bab al-Mandab. Ein wesentlicher Bestandteil der neuen Regelung ist die Margenbegrenzung. Dabei wird nicht einfach nur die Steuer auf Treibstoff gesenkt. Auch bei den Unternehmen der Treibstoffbranche wird eingegriffen.

Die Regierung hatte bereits im März einen entsprechenden Mechanismus beschlossen. Damals wurde angekündigt, dass die Margen von Raffinerien und Tankstellen in Krisensituationen begrenzt werden können. Ziel war es, starke Preissteigerungen nicht vollständig an die Konsumenten weiterzugeben. Nun wird dieser Teil der Maßnahme wieder ausgeweitet. Laut den aktuellen Angaben beträgt die Begrenzung 3,5 Cent pro Liter.

Stocker spricht von "Trumpflation"

Bundeskanzler Christian Stocker begründet die Maßnahme mit den Folgen der aktuellen internationalen Krise. "Die Eskalation im Nahen Osten und die damit verbundene Trumpflation haben wieder zu einem deutlichen Anstieg der Spritpreise geführt. Dieser Entwicklung begegnen wir mit der neuen Spritpreisbremse, durch die die Preise an den Zapfsäulen sinken werden. Die Politik der Bundesregierung soll dazu beitragen, dass die Menschen in Österreich zukunftsfroh sein können."

Der Begriff "Trumpflation" stammt dabei vom Bundeskanzler selbst und bezeichnet in seiner Aussage die von der Regierung angenommene Verbindung zwischen den internationalen Entwicklungen und den daraus folgenden Preissteigerungen. Vizekanzler Andreas Babler stellt vor allem die Belastung für Pendler und Familien in den Mittelpunkt. "Eine Tankfüllung wird für Pendler und Familien um rund 5 Euro günstiger", sagt Babler. Bei einem 50-Liter-Tank wären es nach der genannten Entlastung rechnerisch sogar rund 6,10 Euro.

Was kommt tatsächlich an der Tankstelle an?

Babler erklärt zudem: "Wir haben immer gesagt, dass wir die Teuerung nicht durchrauschen lassen. Wir halten Wort und ziehen die Spritpreisbremse wieder an." Außenministerin Beate Meinl-Reisinger verweist dagegen auf die Versorgungssicherheit und den Wettbewerb. "Diese Preisspitzen gezielt zu dämpfen, ohne gleichzeitig die Versorgungssicherheit und den Wettbewerb zu gefährden, ist jetzt das Gebot der Stunde." Für Autofahrer entscheidend ist aber nicht die Berechnung der Regierung, sondern der Preis auf der Anzeigetafel der Tankstelle.

Die bisherige Spritpreisbremse bestand ebenfalls aus mehreren Komponenten. Laut Finanzministerium betrug die gesamte Entlastung im April 2026 zehn Cent pro Liter. In den ersten beiden Maiwochen waren es sieben Cent, danach bis Ende Mai 4,5 Cent. Die Höhe wurde jeweils anhand der Preisentwicklung angepasst. Bei der neuen Variante sollen nun 12,2 Cent erreicht werden. Ob der volle Betrag bei jedem Tankvorgang sichtbar wird, hängt allerdings auch vom jeweiligen Ausgangspreis und der Weitergabe der Entlastung ab.

Auch Kritik an der Maßnahme

Die Maßnahme senkt außerdem nicht den internationalen Rohölpreis. Sie verändert vielmehr die steuerliche Belastung und begrenzt einen Teil der Margen entlang der Treibstoffkette. Der neuerliche Eingriff in die Preisbildung ist politisch umstritten. Während die Regierung damit die Auswirkungen hoher Treibstoffpreise auf Haushalte und Unternehmen abfedern will, gibt es grundsätzlich Kritik an staatlichen Eingriffen in den Markt. Die Margenbegrenzung werden auch von Teilen der Branche kritisch gesehen.

Gleichzeitig verweist ein Bericht der E-Control darauf, dass der Mechanismus bei der früheren Anwendung zu einer Senkung der Preise geführt habe. So oder so: Wer im Oktober oder November volltankt, könnte damit gegenüber einem Preis ohne die Maßnahme rund 6 Euro weniger bezahlen. Bei mehreren Tankfüllungen summiert sich die Entlastung entsprechend. Wie stark der tatsächliche Preis an den einzelnen Tankstellen sinkt, lässt sich allerdings erst mit den jeweiligen Preisen und der konkreten Umsetzung der Maßnahme feststellen.

red,Akt. 23.09.2026, 18:07, 23.09.2026, 17:53