Ihre Gesichter sind bekannt, ihre Bilder gehen unter die Haut. Bekannte Frauen wie Proschat Madani, Stefanie Reinsperger, Katharina Straßer, Barbara Karlich, Michaela Kirchgasser und Gabi Hiller beteiligen sich an einem Kunstprojekt, das aufrütteln und zum Nachdenken bringen soll.
Für "HEADSHOT" haben die Künstler Iris und Erik Diewald-Hagen 37 Frauen fotografiert. Ihre Porträts wurden auf Glasplatten festgehalten, die anschließend gezielt beschädigt wurden. Risse, Brüche und Einschläge stehen dabei in direktem Zusammenhang mit den Gewalttaten, an die die Werke erinnern.
Jede der 37 porträtierten Frauen steht stellvertretend für eines oder mehrere Opfer von Femiziden in Österreich seit Anfang 2022. Die Ausstellung möchte jenen Frauen ein Gesicht geben, deren Leben gewaltsam beendet wurde und daran erinnern, dass hinter jeder Schlagzeile ein Mensch mit Familie, Freunden, Hoffnungen und Zukunftsplänen stand.
"Mit 'HEADSHOT' wollen wir diesen Frauen Sichtbarkeit geben und der Ohnmacht etwas entgegensetzen. Kunst kann Gewalt nicht verhindern, aber sie kann verhindern, dass wir wegsehen", erklären die beiden Künstler.
Entstanden ist das Projekt über einen Zeitraum von zwei Jahren. Unterstützt wird es unter anderem von "RISE! – Women's Voices for Change" und dem Verein "StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt".
Hilfe bei Gewalt: Frauenhelpline gegen Gewalt 0800 222 555 (kostenlos, anonym, rund um die Uhr) · Gewaltschutzzentren 0800 700 217 · Polizei 133 · Euro-Notruf 112
Zu sehen ist "HEADSHOT" von 28. November bis 6. Dezember im Wiener Künstlerhaus am Karlsplatz. Der Eintritt ist frei. Ab Jänner 2027 wandert die Ausstellung weiter nach Linz. Ein Kunstprojekt, das nicht nur berühren, sondern vor allem eines erreichen möchte: Dass die Frauen hinter den erschütternden Zahlen nicht vergessen werden.