Tierisches Entsetzen

Tierschützer völlig empört: "Freibrief für Tierquäler"

Mit Bolzenschussgerät, Schaufel und Messer wollte man laut Gerichtsurteil Kater "nur erlösen". Tierschutzorganisation Vier Pfoten ist fassungslos.
Heute Tierisch
04.08.2026, 15:19
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Ein Urteil rund um ein schockierendes TikTok-Video sorgt derzeit für heftige Kritik im Tierschutz. Nachdem ein Mann eine schwer verletzte Katze mit einem Bolzenschussgerät töten wollte, den verzweifelten Todeskampf filmte und das Video anschließend auf TikTok veröffentlichte, äußert sich die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN nun mit ungewöhnlich scharfen Worten. Das Urteil sei "völlig unverständlich" und sende ein fatales Signal.

„Wer filmt so etwas und stellt es ins Internet“

Besonders empört zeigt sich VIER PFOTEN über die Begründung des Gerichts. In der Urteilsverkündung soll die Richterin gefragt haben: "Welcher Tierquäler setzt schon ein Bolzenschussgerät an?" Für die Tierschutzorganisation greift diese Frage jedoch viel zu kurz.

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"Wir möchten dem die Frage entgegensetzen: Wer filmt die Tötung einer Katze und stellt das Video auf TikTok?", heißt es in einer Stellungnahme.

Vier Pfoten glaubt nicht an die "Gnaden-Version"

Aus Sicht von VIER PFOTEN spreche bereits der dokumentierte Ablauf gegen die Darstellung, der Kater sei lediglich von seinem Leid erlöst worden. Nach Angaben der Tierschützer bestand die Tötung nicht aus einem einzigen gezielten Eingriff, sondern aus mehreren aufeinanderfolgenden Gewalthandlungen.

Demnach kam es zunächst zu einem missglückten Bolzenschuss. Anschließend soll versucht worden sein, die Katze mit einer Schaufel zu erschlagen. Schließlich folgte noch ein Versuch, dem Tier die Kehle durchzuschneiden. Dies passt laut den Tierschützern keinesfalls zu einer "schnellen Nottötung", sondern zu einer massiven Tierquälerei.

„Hier wurde sicher kein Kater getötet um ihn von seinen Qualen zu erlösen!“

Tierarzt? Kennst?

Statt selbst zu handeln, hätte es aus Sicht der Tierschützer nur eine richtige Entscheidung gegeben.

"Jemand, der ein Tier verletzt am Straßenrand findet, bringt es in die nächste Tierklinik oder in die nächste Tierarztpraxis und versucht nicht, es umzubringen."

Gerade in Österreich stehen Tierärzte, Notdienste und Tierschutzorganisationen zur Verfügung, um verletzte Wild- und Haustiere fachgerecht zu versorgen oder – wenn medizinisch unumgänglich – tierschutzgerecht einzuschläfern.

„Ein Freibrief für künftige Tierquälereien“

"Dieses Urteil ist völlig unverständlich und ein Freibrief für künftige Tierquälereien. Man fragt sich zu Recht, was denn passieren muss, damit jemand für eine offensichtliche Tierquälerei angemessen bestraft wird." Die Organisation verweist dabei ausdrücklich auf das österreichische Bundestierschutzgesetz.

Nach § 6 des Bundestierschutzgesetzes ist es grundsätzlich verboten, Tiere ohne vernünftigen Grund zu töten.

VIER PFOTEN stellt klar, dass dieser vernünftige Grund nicht automatisch gegeben sei, nur weil ein Tier verletzt aufgefunden wird. Über das weitere Vorgehen müsse prinzipiell fachkundiges Personal entscheiden. Die Tierschutzorganisation hofft nun, dass zumindest das noch anhängige Verfahren nach dem Bundestierschutzgesetz zu einer empfindlichen Strafe führt.

„Wir hoffen nun, dass zumindest ein strenges Urteil nach dem Bundestierschutzgesetz erfolgt. Dies kann zumindest empfindliche Geldstrafen und eine Eintragung ins Verwaltungsstrafregister nach sich ziehen“

Für viele Tierfreunde bleibt der Fall jedenfalls weit mehr als ein Einzelfall: Dass das Leiden eines Tieres gefilmt und anschließend in sozialen Netzwerken veröffentlicht wurde, sorgt weit über die juristische Bewertung hinaus für Fassungslosigkeit.

{title && {title} } red, {title && {title} } 04.08.2026, 15:19