Tierischer Abschied in NÖ

Bärenwald-Urgestein "Brumca" lässt alle still weinen

"Brumca" war die längste Bewohnerin des Bärenwaldes und durfte dort 28 Jahre verbringen. Gestern musste sie mit 34 Jahren erlöst werden. Gute Reise!
Heute Tierisch
30.07.2026, 09:12
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

28 Jahre lang war sie das Herz des BÄRENWALD Arbesbach. Nun ist die wohl bekannteste Bewohnerin des VIER-PFOTEN-Schutzzentrums für immer eingeschlafen. Bärin Brumca wurde 34 Jahre alt.

"Brumca" verbrachte 28 Jahre im Bärenwald, doch selbst nach so langer Zeit trug ihre Seele die schreckliche Vergangenheit mit.
© FOUR PAWS

Tiefe Trauer im Bärenwald

Im BÄRENWALD Arbesbach herrscht tiefe Trauer. Die Braunbärin Brumca musste am Mittwochnachmittag aufgrund ihres stark verschlechterten Gesundheitszustands eingeschläfert werden. Die 34-Jährige litt seit längerer Zeit an schwerer Arthrose und Verkalkungen in den Gelenken. Zuletzt kam auch eine Nierenerkrankung hinzu. Als sie schließlich das Fressen und damit auch ihre lebenswichtigen Medikamente verweigerte, blieb dem Pflegerteam nur noch der schwerste aller Wege.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen
„Wir sind unendlich traurig. Wenngleich wir uns schon länger auf ihren Abschied vorbereiten konnten, sind wir untröstlich. Sie hinterlässt eine riesige Lücke“
Sigrid ZederbauerLeiterin des Bärenwald Arbesbach

Zuerst Spielzeug, dann Häftling

Brumcas Geschichte begann alles andere als glücklich. Die Bärin wurde 1992 in einem Tierpark in der Slowakei geboren. Bereits wenige Wochen nach ihrer Geburt wurde sie ihrer Mutter entrissen und als Geschenk an einen österreichischen Geschäftsmann weitergegeben.

Doch aus dem niedlichen Bärenbaby wurde ein ausgewachsener Braunbär – und damit für den Besitzer zur Belastung. Er sperrte Brumca in einen nur 35 Quadratmeter großen Verschlag, wo sie jahrelang einsam und ohne Beschäftigung leben musste. Als der Mann schließlich verschwand, ließ er die Bärin einfach zurück. Erst fünf Jahre später wurde sie von VIER PFOTEN gerettet und 1998 in den damals neu eröffneten BÄRENWALD Arbesbach gebracht.

Tja, manchmal ist so ein g'scheites Köpfchen eben auch schwer. "Brumca" war immer für ein Schmunzeln gut.
© FOUR PAWS

Narben der Vergangenheit

Obwohl Brumca im Waldviertel endlich ein artgerechtes Zuhause fand, begleiteten sie die Folgen ihrer Gefangenschaft noch lange. Immer wieder lief sie nervös dieselbe Strecke auf und ab – exakt in der Breite ihres früheren Käfigs. Ein erschütterndes Zeichen dafür, wie tief sich jahrelange Isolation in die Seele eines Wildtiers eingraben kann.

Mit Geduld, Fürsorge und viel Liebe gewann die Bärin jedoch nach und nach Vertrauen und begann, ihr neues Leben zu genießen.

"Grand Dame" und "Diva"

Für ihre Tierpfleger wurde Brumca schnell zur liebenswerten "Grande Dame" des BÄRENWALD – mit ganz eigenen Vorstellungen.

Karotten oder Gurken? Nur, wenn sie am richtigen Platz serviert wurden. Obst und Gemüse durften auf keinen Fall klein geschnitten sein, denn Brumca bestand auf ganze Früchte. Wo der perfekte Futterplatz war, entschied auch allein sie – und änderte ihre Meinung regelmäßig.

Brumca bestand immer auf GANZE Früchte! Selbstverständlich Madame.
© FOUR PAWS

Besonders gerne wälzte sie sich nach einem Bad im Teich in Sägespänen, Gewürzen oder sogar getrocknetem Kaffeesud. Mit ihren kleinen Eigenheiten brachte sie Besucher und Pfleger immer wieder zum Schmunzeln.

Würdevoller Abschied

In ihren letzten Tagen erfüllte ihr das Team noch einmal jeden Wunsch. Süße Melonen, Trauben, Walnüsse, Äpfel und Tomaten gehörten zu ihren Lieblingsleckereien – und genau diese durfte Brumca bis zuletzt genießen.

„Es ist uns ein großer Trost, dass sie so viele gute Jahre bei uns verbringen durfte und wir auch ihre letzten Wochen schön gestalten konnten“

Mit Brumca verliert der BÄRENWALD nicht nur seine älteste Bewohnerin, sondern eine echte Ikone. Fast drei Jahrzehnte lang stand sie sinnbildlich dafür, dass selbst Tiere mit einer grausamen Vergangenheit noch Geborgenheit, Würde und Lebensfreude finden können. Ihr Leben endete friedlich – doch ihre Geschichte wird im Waldviertel noch lange weiterleben.

{title && {title} } red, {title && {title} } 30.07.2026, 09:12