Schweizer Hautärztin verrät

Was steckt hinter dem Hype um "Glow Juice"?

Im Netz wird "Glow Juice" als natürlicher Beauty-Booster gefeiert. Doch macht der Trenddrink die Haut wirklich schöner? Was wirklich dahintersteckt.
Heute Life
28.07.2026, 12:03
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Ein Glas soll reichen – und die Haut beginnt zu strahlen. Zumindest versprechen das derzeit unzählige Videos auf TikTok und Instagram. Zwischen Hautpflege-Routinen, Beauty-Hacks und Sommertrends sorgt aktuell ein überraschend simples Getränk für Aufsehen: der sogenannte "Glow Juice". Die Mischung aus Kokoswasser, Karottensaft und einem Spritzer Zitronensaft wird im Netz als natürlicher Beauty-Booster gefeiert.

Tausende Nutzer berichten von einem frischeren Teint und einem gesunden Glow – ganz ohne teure Cremes oder aufwendige Treatments. Doch was steckt wirklich hinter dem viralen Hype? Eine Schweizer Hautärztin ordnet ein.

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Zwischen Begeisterung und Skepsis

In den sozialen Netzwerken überschlagen sich die Begeisterungsstürme. Unter Hashtags wie #GlowJuice oder #SkincareDrink sammeln sich Tausende Beiträge. Kommentare wie "Das ist die beste Kombination!", "Das probiere ich sofort aus!" oder "Ich mache das seit einem Monat und liebe es!" heizen den Trend zusätzlich an.

Doch nicht jeder zeigt sich überzeugt. Neben der Begeisterung häufen sich auch kritische Stimmen. Vor allem der Geschmack sorgt für Diskussionen. "Ich verstehe den Hype nicht", schreibt ein User. Andere kommentieren: "Ich hätte mich fast übergeben" oder "Es schmeckt zwar echt grauslich, aber für schöne Haut halte ich durch."

Karottensaft macht Farbe – aber keine Sonnenbräune

Ob das Getränk wirklich hält, was es verspricht, hängt von den Inhaltsstoffen ab. Besonders Beta-Carotin, das Karotten ihre kräftige Farbe gibt, steht im Fokus. Tatsächlich kann der regelmäßige Genuss von Karotten auch das Hautbild verändern. "Der natürliche Farbstoff lagert sich in der Haut ein", erklärt Hautärztin Marianne Meli im "20 Minuten"-Interview.

Mit einer echten Sommerbräune hat das laut Meli aber wenig zu tun: "Der Vorgang führt zu einer sichtbaren, gelblich-orangen Verfärbung." Besonders betroffen sind Handflächen und Fußsohlen. "Beta-Carotin lagert sich in der obersten Hautschicht ein – vor allem dort, wo diese besonders dick ist", so die Ärztin. An diesen Stellen sind außerdem weniger Pigmentzellen vorhanden. "Daher bräunen Hände und Füße durch Sonne kaum."

Willst du den berühmten Karotten-Glow ausprobieren, brauchst du Geduld: "Es wären über Wochen hinweg täglich etwa drei bis fünf Karotten nötig", so die Dermatologin gegenüber "20 Minuten". In Saftform ist das natürlich leichter zu schaffen. Die Hautärztin bestätigt, dass sich der Effekt auch mit Karottensaft erreichen lässt.

Was bringt Kokoswasser wirklich?

Auch Kokoswasser wird häufig als Beauty-Geheimtipp gehandelt. Dem Getränk wird nachgesagt, die Haut von innen intensiv mit Feuchtigkeit zu versorgen und dadurch frischer erscheinen zu lassen. Tatsächlich enthält Kokoswasser wertvolle Elektrolyte wie Kalium, Natrium, Magnesium und Kalzium und eignet sich gut zur Flüssigkeitszufuhr. Einen direkten positiven Einfluss auf die Haut konnte die Wissenschaft bisher jedoch nicht eindeutig nachweisen.

"Die meisten Studien beschäftigen sich mit Kokosprodukten, die direkt auf die Haut aufgetragen werden", erklärt Meli. Ganz ohne Nutzen sei Kokoswasser dennoch nicht. Die enthaltenen Elektrolyte und Antioxidantien unterstützen den Flüssigkeitshaushalt des Körpers – und eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung ist wiederum eine wichtige Grundlage für gesunde Haut.

Wer den Trend ausprobieren möchte, kann den Drink durchaus genießen – Wunder sollte man davon allerdings nicht erwarten. Für dauerhaft gesunde und schöne Haut bleiben eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Flüssigkeit, Sonnenschutz und eine passende Hautpflege nach wie vor die wichtigsten Faktoren.

{title && {title} } red, {title && {title} } 28.07.2026, 12:03