Tierisch königlich

Glück und Licht! Weiße Esel zieren jetzt Briefmarke

Der Österreichisch-Ungarische Weiße Barockesel zählt zu den seltensten Nutztierrassen Europas. Jetzt darf er sogar eine Briefmarke zieren.
Heute Tierisch
29.07.2026, 12:07
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Er gilt als lebendes Kulturerbe der Habsburgermonarchie und ist heute eine echte Rarität: Der Österreichisch-Ungarische Weiße Barockesel zählt zu den seltensten Nutztierrassen Europas. Zum Schutz der bedrohten Tiere widmet die Österreichische Post dem außergewöhnlichen Vierbeiner nun eine eigene Sonderbriefmarke.

Vom Adel verehrt und jetzt beinahe ausgestorben

Um den Weißen Barockesel ranken sich zahlreiche Legenden. Der Überlieferung nach ließ ihn der Adel gezielt züchten, weil helle Tiere als Glücks- und Lichtbringer galten. Dunkel gefärbte Tiere hingegen wurden früher oft mit Unglück und Tod in Verbindung gebracht.

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Die Weißen Barock-Esel waren früher dem Adel vorbehalten - heute sind sie fast ausgestorben.
APA-Images / imageBROKER / Lucas Seebacher

Mit dem Ende der Monarchie verschwand auch die außergewöhnliche Eselrasse fast vollständig. Erst in den 1980er-Jahren wurden einige wenige Zuchttiere wiederentdeckt. Heute existieren weltweit nur noch rund 400 eingetragene Tiere – eine der wichtigsten Populationen lebt auf Schloss Hof im Marchfeld.

Die blauen Augen sind unverwechselbar

Sein schneeweißes Fell und die auffallend blauen Augen machen den Weißen Barockesel unverwechselbar. Die helle Fellfarbe entsteht durch den sogenannten "Flavismus" (die Cremello-Färbung), eine genetische Besonderheit, bei der Fell, Haut und Hufe nur schwach pigmentiert sind. Seit 2016 ist der Weiße Barockesel offiziell als eigene Rasse anerkannt.

Die blauen Augen und die helle Fellfarbe sind die offensichtlichsten Merkmale der Barock-Esel.
APA-Images / dpa / Waltraud Grubitzsch

Trotz seines edlen Aussehens ist der Barockesel ein typischer Esel: robust, genügsam, mutig und mit einer Lebenserwartung von bis zu 40 Jahren. Er wird unter anderem als Kinderreit- und Kutschentier, in der tiergestützten Therapie sowie zur Landschaftspflege eingesetzt.

Im Rahmen der beliebten Briefmarkenserie "Seltene Nutztierrassen" ziert der Weiße Barockesel nun die diesjährige Ausgabe der Österreichischen Post. Die von Kirsten Lubach gestaltete Marke zeigt eine Stute mit ihrem Fohlen und den charakteristischen blauen Augen.

Sonderbriefmarke Weiße Barockesel
©post.at

Die Briefmarke erscheint mit einem Nennwert von 1 Euro in einer Auflage von 250.000 Stück und ist in allen Postfilialen sowie im Onlineshop der Österreichischen Post erhältlich.

Sonderpostamt auf Schloss Hof

Ein besonderes Highlight erwartet Tier- und Briefmarkenfreunde am 31. Juli auf Schloss Hof: Dort öffnet von 10 bis 16 Uhr ein Sonderpostamt. Besucher können die neue Briefmarke, exklusive Sammlersets und Sondereditionen erwerben und ihre Post mit einem speziellen Barockesel-Sonderstempel versehen lassen. Mit etwas Glück begegnen sie dabei auch den seltenen weißen Langohren persönlich.

Der Weiße Barockesel ist damit nicht nur ein Stück österreichischer Geschichte, sondern auch ein eindrucksvolles Beispiel dafür, dass sich engagierter Artenschutz lohnen kann – damit die außergewöhnlichen "Lichtbringer" auch künftig durch das Marchfeld streifen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 29.07.2026, 12:07