Brisante Dokumente aufgetaucht

Babler will Habsburg-Schatz – jetzt Dämpfer für SP-Chef

Vizekanzler Babler will den verschollenen Habsburger-Familienschatz nach Österreich zurückholen. Neue Akten sagen: Das wird eher nicht gehen.
Heute Politik
09.07.2026, 06:25
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Kulturminister Andreas Bablers Vorstoß, den verschollenen Familienschmuck der Habsburger für Österreich zurückzufordern, gerät ins Wanken. In einem Archiv des italienischen Außenministeriums sind zwei bisher unbekannte diplomatische Noten aus den Jahren 1919 und 1922 aufgetaucht.

Sie legen nahe, dass die Republik bereits kurz nach dem Ende der Monarchie zum Schluss gekommen war, dass es sich beim Schmuck um Privatbesitz der Habsburger handeln könnte – oder sogar handelt.

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Wem gehören Habsburg-Juwelen?

Besonders brisant: Eine der Noten stammt vom damaligen Staatskanzler Karl Renner, einem der Gründerväter der SPÖ. Die zweite verweist auf eine rechtliche Prüfung durch die Finanzprokuratur – ausgerechnet jene Institution, die Babler nun erneut mit der Prüfung möglicher Rückforderungsansprüche beauftragt hat.

Im Mittelpunkt steht der legendäre 137-Karat-Diamant "Florentiner". Der letzte Kaiser Karl hatte den Familienschmuck nach dem Ende der Monarchie 1918 ins Exil mitgenommen. Jahrzehntelang galt der Schatz als verschollen, bis er im Vorjahr in Kanada wieder auftauchte. Dort befindet er sich seit Jahrzehnten in einem Trust und soll künftig öffentlich ausgestellt werden.

Nach Bekanntwerden der Pläne entbrannte in Österreich eine Debatte darüber, ob der Schmuck nicht eigentlich der Republik gehöre. Babler setzte daraufhin eine Expertenkommission unter Leitung der Finanzprokuratur ein.

Rückforderung gar nicht möglich

Die nun entdeckten Schriftstücke zeichnen allerdings ein anderes Bild. Bereits 1919 verlangte Italien den "Florentiner"-Diamanten von Österreich zurück. Karl Renner zeigte sich damals jedoch selbst unsicher, ob Österreich überhaupt Ansprüche gegenüber den Habsburgern geltend machen könne.

Noch deutlicher fällt eine diplomatische Note aus dem Jahr 1922 aus: Darin hält das damalige Außenministerium fest, Kaiser Karl habe den Schmuck rechtmäßig aus der Schatzkammer mitgenommen. Eine Rückforderung durch Österreich sei rechtlich nicht möglich – so das Ergebnis einer damaligen Prüfung der Finanzprokuratur.

Habsburg erfreut

Für Karl Habsburg, das heutige Oberhaupt der Familie, sind die Dokumente eine Bestätigung der bisherigen Position. "Damit ist bestätigt, was wir immer schon wussten und gesagt haben", erklärte er den "Salzburger Nachrichten".

Trotz der historischen Dokumente setzt die von Babler eingesetzte Kommission ihre Arbeit fort. Die Finanzprokuratur will ihre rechtliche Bewertung bis Herbst vorlegen.

Historiker weisen zudem darauf hin, dass selbst im Fall eines österreichischen Anspruchs weitere Staaten der ehemaligen Habsburger-Monarchie Ansprüche anmelden könnten. Andere sehen die Wurzeln des jahrzehntelangen Streits in den ungeklärten Vermögensfragen nach dem Ende der Monarchie.

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