Drogenfalle im Club

Türsteher-Trio verlangte Schweigegeld von Teenagern

In der Steiermark konnte eine Erpressungsserie geklärt werden. Bei den Opfern handelte es sich um Jugendliche, die bei Drogenkonsum erwischt wurden.
Newsdesk Heute
05.01.2026, 12:59
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Steirischen Ermittlern ist es gelungen, drei Türsteher als Verdächtige in einer Erpressungsserie zu überführen. In mindestens 13 Fällen sollen sie von ihren Opfern hohe Summen gefordert haben. Die Dunkelziffer der Vorfälle könnte jedoch noch höher sein, heißt es von der Polizei.

Zur Vorgeschichte: Auf die Spur kamen die Ermittler den Machenschaften der Security-Mitarbeiter erst nach einer Anzeige im November 2025. Schauplatz des Vorfalls war ein Nachtlokal in Gralla (Bezirk Leibnitz).

Bei angeblichem Drogenkonsum erwischt

Zwei Jugendliche im Alter von 16 und 18 Jahren sollen vor dem Zutritt zum Lokal von einer unbekannten Person angesprochen worden sein. Diese habe ihnen ein in Alufolie verpacktes "Briefchen" als angebliche Gratisprobe angeboten. Dieses wollten die Teenager dann in der Toilettenanlage des Lokals genauer betrachten.

In diesem Moment stürmten jedoch die Türsteher den Raum und bedrängten die Jugendlichen. Eines der Opfer sei am Hals gepackt und gegen eine Wand gedrückt worden. In weiterer Folge hätten die Männer den Teenagern die Geldtaschen abgenommen und sie aus dem Lokal begleitet.

Schweigegeld und Gewalt

Dort drohten die drei Türsteher den Jugendlichen mit der Alarmierung der Polizei. Mehrjährige Haftstrafen, den Verlust ihrer Arbeitsplätze sowie hohe Geldstrafen könnten die Teenager nur verhindern, indem sie die Security-Mitarbeiter für ihr Schweigen bezahlen. Die geforderte Summe: 3.000 Euro.

Einer der Türsteher brachte die Opfer dann zu einem Bankomaten, wo beide jeweils 400 Euro abhoben. Den Rest des Schweigegeldes sollten die Jugendlichen per Express-Überweisung begleichen. Um den Druck zu erhöhen, wurden die Teenager mit dem Päckchen gefilmt, auch Gewalt wurde ihnen angedroht. Erst zwei Tage nach dem Vorfall wurde Anzeige erstattet.

Weitere Straftaten

Im Zuge der Ermittlungen gelang es, Ermittlern der Polizeiinspektion Leibnitz zahlreiche gleichartige Fälle zu klären. Die Verdächtigen – ein 26-jähriger Russe, ein 24-jähriger Österreicher und ein 23-jähriger Kosovare – sollen dabei immer nach demselben Muster vorgegangen sein. Ihre Opfer seien ihnen schutzlos ausgeliefert gewesen.

Zudem sollen die drei Männer noch weitere Straftaten auf dem Kerbholz haben. Sie wurden demnach mit einem Raub im Bereich des Schwarzl Freizeitzentrums in Verbindung gebracht – auch dort seien sie als Türsteher tätig gewesen. Des Weiteren werden ihnen mehrere Körperverletzungsdelikte zur Last gelegt. In diesem Zusammenhang wird auch wegen des Verdachts der Nötigung zur Falschaussage gegen Opfer und Zeugen ermittelt.

Ein Verdächtiger flüchtig

Am 19. Dezember konnte der 26-jährige Russe festgenommen werden. Auch für den 24-jährigen Österreicher klickten an diesem Tag die Handschellen. Beide wurden in die Justizanstalt Graz-Jakomini eingeliefert. Der 23-jährige Kosovare hingegen dürfte sich ins Ausland abgesetzt haben.

Im Zuge der Einvernahmen zeigte sich der Österreicher umfassend geständig. Sein 26-jähriger Kollege verweigerte die Aussage.

Suche nach weiteren Opfern

Die Polizei geht davon aus, dass die Anzahl der Opfer noch höher als angenommen sein könnte. Personen, die in ähnlicher Weise von Mitarbeitern eines Sicherheitsdienstes in Nachtlokalen oder im Umfeld von Veranstaltungsstätten bedroht oder zur Übergabe bzw. Überweisung von Geldbeträgen genötigt wurden, werden ersucht, sich bei der Polizei zu melden.

Insbesondere dürften die Tatverdächtigen in Nachtlokalen in Gralla sowie in einer Innenstadtdiskothek in Graz tätig gewesen sein. Hinweise werden von der Polizeiinspektion Leibnitz unter der Telefonnummer 059 133 6160 entgegengenommen.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 05.01.2026, 13:03, 05.01.2026, 12:59
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