Prozess wegen Kriegsverbrechen

Ukraine liefert erstmals russischen Soldaten aus

Die Ukraine hat erstmals einen russischen Soldaten ausgeliefert. Er soll wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen vor ein Gericht in Litauen kommen.
Newsdesk Heute
31.10.2025, 22:48
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Am Freitag hat die Ukraine nach eigenen Angaben erstmals einen russischen Soldaten an Litauen ausgeliefert, wo dieser wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen vor Gericht gestellt werden soll. Der ukrainische Generalstaatsanwalt Ruslan Krawtschenko teilte im Onlinedienst Telegram mit, es sei das "erste Mal" seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges, dass die Ukraine einen russischen Soldaten an ein anderes Land ausgeliefert habe.

Der in der Ukraine festgenommene Seemann habe in der russischen Militärpolizei gedient und sei an illegalen Festnahmen, Folter und unmenschlicher Behandlung von Zivilisten und Kriegsgefangenen beteiligt gewesen, sagte Krawtschenko. Eines der Opfer sei ein litauischer Staatsbürger gewesen.

Eine Anklage wegen Kriegsverbrechen gegen den Mann wird in Litauen vorangetrieben. Ihm droht eine lebenslange Haftstrafe in dem Nato- und EU-Mitgliedsland.

"Historischer Präzedenzfall"

Die Auslieferung sei "ein historischer und wichtiger Präzedenzfall für das gesamte internationale Justizsystem", sagte der ukrainische Generalstaatsanwalt. Kiew will russische Militärvertreter persönlich für die Invasion im Jahr 2022 zur Rechenschaft ziehen und bemüht sich um eine internationale Strafverfolgung von mutmaßlichen Gräueltaten russischer Soldaten.

Die litauische Generalstaatsanwaltschaft teilte mit, die Justizbehörden des Landes arbeiteten in dem Fall mit Kiew zusammen. Es bestehe der Verdacht, dass "der Tatverdächtige zusammen mit anderen russischen Soldaten nicht nur illegal gefangengenommene Zivilisten und Kriegsgefangene bewacht hat, sondern sich auch daran beteiligt hat, sie zu schlagen und zu foltern", hieß es in der Mitteilung.

U-Haft vor Prozess angeordnet

Die Opfer seien "in einen Metallschrank eingeschlossen, bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt, an gefesselten Händen aufgehängt, bei eiskaltem Wetter mit kaltem Wasser übergossen und mit Elektroschocks traumatisiert worden", teilte die litauische Staatsanwaltschaft weiter mit. Ein Gericht in Vilnius habe eine mindestens dreimonatige Untersuchungshaft vor einem Prozess angeordnet.

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