Tierischer Erfolg

Hurra! Stopp für ganzjährige Goldschakaljagd in Tirol

Der Verfassungsgerichtshof erklärt die ganzjährige Bejagung des Goldschakals in Tirol für gesetzwidrig und stärkt damit den Artenschutz.
19.10.2026, 10:31
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Der Verfassungsgerichtshof hat dem Wiener Tierschutzverein bzw. Tierschutz Austria recht gegeben: Die ganzjährige Bejagung des Goldschakals in Tirol ist gesetzwidrig. Mit der Entscheidung vom 29. September 2026 hebt das Höchstgericht jene Regelung der zweiten Durchführungsverordnung zum Tiroler Jagdgesetz auf, die den Abschuss des Goldschakals das ganze Jahr über erlaubt hat. Die Tiroler Landesregierung muss diese Aufhebung jetzt unverzüglich bekannt machen.

Eine geschützte Tierart muss ganzjährig geschont werden, wenn ihr Erhaltungszustand unbekannt ist.

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„Eine geschützte Tierart darf nicht einfach ganzjährig zum Abschuss freigegeben werden, wenn nicht einmal bekannt ist, wie es um ihren Bestand steht. Der Verfassungsgerichtshof hat dieser Praxis nun einen Riegel vorgeschoben!“
Madeleine Petrovic Präsidentin des Wiener Tierschutzvereins

Der Goldschakal (Canis aureus) steht im Anhang V der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie. Die Bejagung dieser Art darf die Erhaltung oder Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustands nicht gefährden. Österreich hat allerdings kein ausreichendes systematisches Monitoring.

Im aktuellen Bericht zur FFH-Richtlinie wurde für den Goldschakal sowohl im kontinentalen als auch im alpinen Raum ein "unbekannter" Erhaltungszustand gemeldet.

"Die Tiroler Landesregierung hat im Verfahren selbst bestätigt, dass keine entsprechenden Bestandserhebungen durchgeführt wurden. Die Bejagung des Goldschakals muss damit obsolet sein, da sich die Beutegreifer durch ihre dichteabhängige Regulation selbst regulieren. Wir fordern ein FFH-konformes Monitoring!", so Petrovic weiter.

Der Wiener Tierschutzverein/Tierschutz Austria fordert die schnelle Umsetzung der Entscheidung. Schon im März konnte die Organisation einen ähnlichen Erfolg gegen die Goldschakaljagd in Kärnten erzielen. Nun ist auch Tirol am Zug und muss den Schutz des Goldschakals ernst nehmen.

Der Goldschakal spielt eine wichtige Rolle im Ökosystem: Durch das schnelle Fressen von Aas verhindert er die Ausbreitung von Krankheitserregern und Seuchen im Wald und in Kulturlandschaften. Er nimmt eine ökologische Nische ein, die zwischen dem kleineren Rotfuchs und dem größeren Grauwolf liegt.

red, 19.10.2026, 10:31