Omar Khir Alanam

"Vom Regime entführt!" Dancing Star über Assad-Folterer

Er wurde vom syrischen Regime verschleppt und misshandelt, hat in Österreich sein Glück gefunden. Omar Khir Alanam zu den aktuellen Verhandlungen.
Yvonne Mresch
17.06.2026, 18:26
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Brisanter Prozess am Wiener Landesgericht: Zwei Ex-Sicherheitsleute aus Syrien müssen sich wegen Foltervorwürfen verantworten. Ihnen werden schwere Verbrechen gegen Zivilisten vorgeworfen. Ehemalige Häftlinge schilderten bereits Übergriffe – wir berichteten.

Entführt und misshandelt

Ex-Dancing-Star und Autor Omar Khir Alanam musste am eigenen Leib erfahren, wie das syrische Regime gegen Zivilisten vorgegangen ist. Während des Krieges wurde er vom Regime entführt und misshandelt, gemeinsam mit zwei Onkel und einem Cousin. Der Überfall passierte, als er gerade mit seiner Mutter bei der Familie zu Besuch war. Khir Alanam kam ins Gefängnis. Mit verbundenen Augen und mit einer Waffe am Kopf sei ihm Gewalt angetan worden, erinnert er sich zurück. "Meinen Namen durfte ich nicht verwenden, ich war nur eine Nummer. Die Nummer 7."

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Am nächsten Tag wurde er freigelassen – weder der Haftgrund noch den Grund der Freilassung ist bekannt. Klar ist aber, dass Khir Alanam zuvor an Protesten gegen das Regime teilgenommen hatte. Seine Familienmitglieder blieben in Haft. Ein Onkel kam nach vier Jahren frei, er sei "nie mehr derselbe" gewesen, so der Autor. Er selbst flüchtete 2015 nach Österreich, ist heute als Autor, Speaker und Workshop-Leiter erfolgreich.

Omar Khir Alanam vor der Flucht aus Syrien.
zVg

"Dürfen nicht denselben Weg gehen"

Die Nachricht über das Gerichtsverfahren in Wien stimmt Omar Khir Alanam positiv. "Es war ehrlicherweise schön zu sehen, wie sie in den Gerichtssaal gezogen sind. Viele haben Verbrechen begangen und es ist gut, wenn die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden." Es gehe aber nicht um reine Rache, betont der Wahl-Wiener: "Die Verhandlungen müssen ordentlich sein."

Er spricht damit auch die Situation in Syrien an – dort stehen ebenfalls Ex-Sicherheitsleute vor Gericht, denen die Todesstrafe droht. "Ich bin dagegen", sagt Khir Alanam bestimmt. "Es geht nicht nur darum, was der Mensch verkörpert, sondern um das System, das dahinter steht. Wir dürfen nicht den selben Weg gehen sonst werden wir genau zu dem, wogegen wir aufgestanden sind."

"Müssen immer kritisch bleiben"

Korrekte Verfahren seien daher essentiell für die Bevölkerung. "Es ist wichtig zu schauen, wer das System unterstützt hat, sie müssen ausgeforscht werden. Ich aber bin gegen jede Form der Gewalt. Dagegen sind Menschen auf die Straße gegangen und haben ihr Leben gegeben. Dieses System muss sich ändern."

Khir Alanam hofft nun auf viele weitere Verfahren, aber vor allem liege ihm der Wiederaufbau des Landes am Herzen: "Nicht nur der Wiederaufbau der Infrastruktur, sondern der Menschen und der Gesellschaft. Ich habe keine politische Position, weder in Österreich, noch in Syrien, aber es ist wichtig, immer kritisch zu bleiben."

{title && {title} } ym, {title && {title} } 17.06.2026, 18:26
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