Bei dem verheerenden Silvesterbrand in einer Bar im Schweizer Ski-Ort Crans-Montana, der über 40 Menschen das Leben kostete, haben sich die Flammen Augenzeugen zufolge rasend schnell ausgebreitet und den Party-Ort im Untergeschoss des zweistöckigen Lokals für zahlreiche Menschen in eine tödliche Falle verwandelt.
Die Regierung des Kantons Wallis erklärte, infolge des Brandes sei es zu einem sogenannten Flashover gekommen, "der nach ersten Erkenntnissen eine oder mehrere Explosionen zur Folge hatte".
Laut der Non-Profit-Internetplattform Brand-Feuer.de handelt es sich bei einem Flashover um einen heftigen Flammenüberschlag, auch Feuersprung genannt. Das Institut der Feuerwehr Nordrhein-Westfalen spricht von einem Phänomen "der extremen Brandausbreitung". Es entsteht, wenn sich in einem geschlossenen Raum sogenannte Pyrolysegase ansammeln. Bei Pyrolyse handelt es sich um die Spaltung organischer Verbindungen durch große Hitze.
Ab einer Temperatur von etwa 600 Grad entzünden sich die dabei entstehenden Pyrolysegase im gesamten Raum schlagartig - ein Vorgang, den Brandschutz-Experten als "Durchzünden" bezeichnen. Aus dem Entstehungsbrand wird so ein Vollbrand, bei dem schnell Temperaturen von über 1000 Grad entstehen. "Nach einer Raumdurchzündung brennen die Oberflächen aller brennbaren Materialien im Raum", heißt es in einem Schulungsdokument des nordrhein-westfälischen Feuerwehrinstituts.
Nicht nur der Brandraum steht dann schlagartig in Flammen, sondern die Flammen schlagen "auch meistens mit erheblicher Wucht nach außen", wie auf Brand-Feuer.de ausgeführt wird. Ein Flashover-Effekt ist daher nicht nur für die Menschen in dem brennenden Raum, sondern auch für die Einsatzkräfte der Feuerwehr gefährlich.