Die Urlaubssaison steht vor der Tür, doch statt Vorfreude herrscht in Teilen des Mittelmeerraums Unsicherheit. Der Krieg im Nahen Osten wirkt sich zunehmend auf den Tourismus aus – besonders Griechenland und Zypern spüren die Folgen.
In Athen schlagen Touristiker Alarm: Die Buchungen kommen deutlich langsamer herein als üblich. Viele Reisende zögern, beobachten die Lage und warten ab. Laut Tourismusministerin Olga Kefalogianni ist es vor allem die "psychologische Belastung", die Urlauber derzeit verunsichert. Gleichzeitig betont sie, dass Griechenland weit genug von der Krisenregion entfernt sei und daher weiterhin als sicheres Reiseziel gelte.
Deutlich angespannter ist die Situation auf Zypern. Die Insel liegt geografisch nur wenige hundert Kilometer von Israel und dem Libanon entfernt – näher an der Krisenregion als jeder andere EU-Staat. Entsprechend sensibel reagiert die Tourismusbranche.
Die Regierung in Nikosia hat nun ein Hilfspaket in Höhe von 200 Millionen Euro geschnürt. Ziel ist es, die wirtschaftlichen Folgen abzufedern. Konkret sollen im April 30 Prozent der Löhne von Hotelangestellten übernommen werden, um Betriebe zu entlasten, die ihren Saisonstart verschieben müssen. Zusätzlich sind Unterstützungen für Fluglinien geplant, damit wichtige Verbindungen erhalten bleiben.
Ein großes Problem: zentrale Herkunftsmärkte brechen weg. Neben britischen Touristen zählen vor allem Israelis zu den wichtigsten Gästen der Insel – doch genau hier gibt es derzeit massive Einbrüche. Auch aus arabischen Ländern kommen weniger Besucher. Gleichzeitig schrecken steigende Flugpreise viele Europäer ab.
Für zusätzliche Verunsicherung sorgte Anfang März ein Zwischenfall nahe Limassol: Eine Drohne iranischer Bauart traf den britischen Luftwaffenstützpunkt RAF Akrotiri. Der Schaden war zwar gering, doch der Vorfall belastet das Image der Insel erheblich.
Die Folge: Ein Urlaubsparadies kämpft plötzlich mit einem Problem, das es lange nicht kannte – Angst bei den Gästen. Und genau die könnte zur größten Herausforderung der kommenden Saison werden.