Niederösterreich will beim Tourismus kräftig nachlegen. Am Dienstag, 6. Oktober, präsentierte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) die neue Tourismusstrategie 2030+. Im Mittelpunkt stehen weniger Bürokratie für Betriebe, mehr hochwertige Angebote und zusätzliche Gäste aus dem Ausland.
"Unser Plan ist: Mit Qualität Erlebnisse schaffen", sagt Mikl-Leitner. Der Tourismus sei besonders für die Regionen ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Rund zwei Milliarden Euro Umsatz werden laut Land jährlich in Niederösterreich erwirtschaftet, im vergangenen Jahr wurden rund drei Millionen Gästeankünfte gezählt.
Auch international soll Niederösterreich weiter zulegen. Die Zahl der ausländischen Gäste sei in den vergangenen zehn Jahren bereits um rund 20 Prozent gestiegen.
Ein Schwerpunkt der neuen Strategie ist der Bürokratieabbau. Gästemeldung, Tourismusstatistik und Abrechnung von Taxen sollen künftig stärker automatisiert werden. Das neue System soll 2027 entwickelt und getestet werden, 2028 folgt eine Pilotphase. Ab Jänner 2029 ist die flächendeckende Einführung geplant.
"Das wollen wir einfacher machen", betont Mikl-Leitner. Das Ziel lautet laut Land: Wenige Klicks statt mehrerer Zettel. Gleichzeitig sollen Betriebe bei Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz unterstützt und Verfahren beschleunigt werden.
Auch bei der Qualität der Unterkünfte setzt das Land neue Ziele. In den kommenden vier bis fünf Jahren sollen 500 Betten in höheren Kategorien dazukommen. Um Investitionen zu erleichtern, wird das Beteiligungsmodell der NÖBEG ausgeweitet. Künftig können bis zu 50 Prozent statt bisher 30 Prozent der förderbaren Investitionskosten abgedeckt werden.
Hochwertige Unterkünfte sollen außerdem stärker vermarktet werden. Unter dem Angebot "Selected Stays" sollen besondere Häuser von Chalets bis zu Schlössern gebündelt in die Auslage gestellt werden.
Niederösterreich will sich zudem stärker als Ganzjahres-Destination positionieren. Als Beispiel nennt Mikl-Leitner am Dienstag die Familienarena in St. Corona am Wechsel. Aus einem früher stark vom Winter abhängigen Standort sei ein Ganzjahresziel geworden. Allein im heurigen Sommer seien die Eintritte um mehr als ein Viertel auf rund 74.000 gestiegen.
Zusätzliche Gäste sollen vor allem aus den östlichen Nachbarländern kommen. Bis 2030 will Niederösterreich das Nächtigungsvolumen aus diesen Märkten um 100.000 Nächtigungen steigern. Im Fokus stehen dabei unter anderem Tschechien und die Slowakei.
"Wir machen unseren Betrieben das Arbeiten leichter. Wir steigern die Qualität unserer Angebote. Und wir wollen mehr Gäste für Niederösterreich begeistern – ganzjährig und international", fasst Mikl-Leitner die Strategie zusammen.