Für viele Haushalte lohnt sich ein Antrag auf Befreiung vom ORF-Beitrag derzeit gleich doppelt. Neben dem Wegfall der monatlichen Abgabe erhalten viele Betroffene zusätzlich Zugang zum Strom-Sozialtarif.
Wie der ORF-Beitrags Service (OBS) gegenüber "5 Minuten" mitteilte, haben zwischen Jänner und April 2026 insgesamt 67.000 Menschen eine Befreiung beantragt. Mehr als 80 Prozent der Anträge wurden bewilligt. Das entspricht knapp 55.000 Haushalten.
Wer von der Gebühr befreit werden möchte, muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Entscheidend sind einerseits der Bezug bestimmter Sozialleistungen oder die Zugehörigkeit zu festgelegten Personengruppen. Andererseits darf das Nettohaushaltseinkommen die gesetzlichen Grenzen nicht überschreiten.
"Eine Befreiung vom ORF-Beitrag ist möglich, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen nach dem ORF-Beitrags-Gesetz erfüllt sind. Dazu zählen insbesondere eine gesetzlich anerkannte Anspruchsgrundlage und die Nichtüberschreitung der maßgeblichen Nettohaushaltseinkommensgrenzen", heißt es gegenüber "5 Minuten".
Für einen Einpersonenhaushalt liegt die Einkommensgrenze im Jahr 2026 bei 1.465,40 Euro netto pro Monat. Bei zwei Personen im Haushalt beträgt sie 2.311,81 Euro. Für jede weitere Person werden zusätzlich 226,11 Euro berücksichtigt.
Anspruch auf eine Befreiung können unter anderem Arbeitslose, Pensionisten, Pflegegeldbezieher, Lehrlinge sowie Empfänger von Mindestsicherung, Studien- oder Schülerbeihilfe und Kinderbetreuungsgeld haben. Auch gehörlose oder schwer hörbehinderte Menschen zählen zu den anspruchsberechtigten Gruppen.
Nicht jeder Antrag wird jedoch genehmigt. Laut OBS wurden rund 12.000 Anträge abgelehnt. Die häufigsten Gründe dafür waren fehlende Anspruchsvoraussetzungen oder ein zu hohes Haushaltseinkommen.
Besonders attraktiv ist die Befreiung derzeit wegen des Strom-Sozialtarifs. Wer vom ORF-Beitrag befreit ist, erhält diesen nämlich in den meisten Fällen automatisch. Ausgenommen sind lediglich Bezieher von Studien- oder Schülerbeihilfe.
Der Sozialtarif reduziert die Stromkosten auf sechs Cent pro Kilowattstunde - und zwar für einen Jahresverbrauch von bis zu 2.900 Kilowattstunden. Nach Angaben des OBS profitieren aktuell bereits knapp 210.000 Haushalte von dieser Regelung.
Die entsprechenden Daten wurden bereits an die Stromanbieter übermittelt. Bei vielen Haushalten wurde der Sozialtarif bereits aktiviert, bei anderen läuft die Umstellung noch. Dafür benötigt der OBS lediglich die 33-stellige Zählpunktnummer des jeweiligen Stromanschlusses.
Für viele Haushalte bedeutet die ORF-Befreiung derzeit nicht nur weniger Gebühren, sondern auch eine spürbare Entlastung bei der Stromrechnung.