Österreich und Montenegro wollen ihre militärische Zusammenarbeit weiter ausbauen. Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) traf dazu am Donnerstag ihren montenegrinischen Amtskollegen Dragan Krapović in Podgorica.
Im Mittelpunkt der Gespräche standen die gemeinsame Ausbildung, die Waffen- und Munitionslogistik sowie die sicherheitspolitische Zusammenarbeit am Westbalkan. Insgesamt können beide Länder bereits auf 28 gemeinsame Ausbildungsaktivitäten verweisen.
Seit 2007 kooperieren die Streitkräfte bei der alpinen Ausbildung ("Gebirgskampf"). Österreich bringt dabei neben den topografischen Voraussetzungen auch langjährige internationale Erfahrung beim Aufbau entsprechender Fähigkeiten ein.
Auch bei der Waffen- und Munitionslogistik arbeiten beide Staaten seit 2018 im Rahmen der OSZE eng zusammen. Österreichische Berater- und Trainerteams sind regelmäßig in Montenegro im Einsatz.
Im Rahmen der "Regionalen Initiative Westbalkan" unterzeichneten die Politischen Direktoren beider Länder zudem eine Absichtserklärung. Damit soll die Zusammenarbeit bei der Offiziersausbildung weiter vertieft werden.
Künftig sollen montenegrinische Soldaten verstärkt die höhere Offiziersausbildung an der Theresianischen Militärakademie absolvieren können. Drei Kadetten aus Montenegro haben die Ausbildung bereits abgeschlossen oder werden ihre Basisausbildung noch in diesem Jahr beenden.
Mit dem neuen Abkommen soll dieses Angebot nun ausgeweitet werden. "Für Österreich als Nachbar der Westbalkan-Staaten ist es besonders wichtig, die Westbalkan-Region und ihre Sicherheitslage nicht aus den Augen zu verlieren. Ein stabiler Westbalkan bedeutet auch ein stabiles Europa und ist für Österreich eine Sicherheitsgarantie. Daher freue ich mich, dass wir mit Montenegro einen verlässlichen Partner haben – nicht nur in der Ausbildung, sondern auch in der sicherheitspolitischen Zusammenarbeit", betont Tanner.
Weiter: "Montenegro unternimmt zudem mit großem Engagement Anstrengungen für einen Beitritt zur Europäischen Union. Und ein EU-Beitritt ist eine Investition in Sicherheit, Stabilität und Frieden. Er stärkt Demokratie und Rechtsstaatlichkeit unserer Staaten und eröffnet zudem wirtschaftliche Chancen."
Ein weiterer Schwerpunkt war das von Österreich initiierte "Western Balkans Security and Defence College". Geplant ist eine spezialisierte Akademie für militärisches, ziviles und diplomatisches Personal aus den Staaten des Westbalkans.
Das Projekt soll die Fähigkeiten der Partnerländer stärken und zugleich helfen, historische Konflikte zu überwinden. Montenegro kommt dabei als möglicher Standort infrage.
"Österreich unterstützt als langjähriger Partner den Integrationsprozess der Westbalkan-Staaten, wie durch den Aufbau der Akademie. Durch regionale Zusammenarbeit und durch gemeinsame Ausbildungen leisten wir einen nachhaltigen Beitrag zur Stabilität auf dem Westbalkan und das hat Auswirkungen für die Sicherheit Österreichs."
Neben Österreich haben bereits Tschechien, Ungarn, die Slowakei, Slowenien, Griechenland, Italien und Spanien Unterstützung zugesagt. Als nächster Schritt soll das Arbeitspapier der Europäischen Union zur weiteren Bearbeitung und Umsetzung vorgelegt werden.