Der ehemalige Büroleiter von Nationalratspräsident Walter Rosenkranz (FPÖ), René Schimanek, ist nach seiner rechtskräftigen Verurteilung wegen NS-Wiederbetätigung beim Freiheitlichen Bildungsinstitut (FBI) beschäftigt. Das bestätigt FBI-Geschäftsführer Fritz Simhandl dem "Standard".
Wie "Heute" berichtete, war Schimanek im März am Landesgericht Krems wegen NS-Wiederbetätigung zu einem Jahr bedingter Haft verurteilt worden. Das Urteil ist rechtskräftig. Die Anklage stand im Zusammenhang mit der Todesanzeige seines Vaters Hans-Jörg Schimanek senior. Darauf waren das in rechtsextremen Kreisen verbreitete Zitat "...und ewig lebt der Toten Tatenruhm" sowie das "Irminsul"-Symbol abgedruckt.
Schimanek hatte vor Gericht erklärt, er habe die Parte "im Auftrag" seines Vaters erstellt. Dieser habe damit "in keinster Weise" eine Verbindung zur NS-Zeit herstellen wollen.
Bereits im Februar 2025 hatte Schimanek nach den Vorwürfen um die Auflösung seines Dienstverhältnisses als Büroleiter von Rosenkranz ersucht. Nach seiner Verurteilung kündigte der frühere Kabinettschef von Norbert Hofer an, sein Mandat als Stadtrat in Langenlois zurückzulegen und aus der FPÖ auszutreten.
Weitere Ermittlungen nach einer Hausdurchsuchung in einem Forsthaus in Langenlois wurden später eingestellt. Laut damaligen Angaben konnte kein Eigentümer der sichergestellten NS-Devotionalien festgestellt werden.
Die bekannt gewordene Beschäftigung Schimaneks beim Freiheitlichen Bildungsinstitut sorgt nun für heftige Reaktionen. Sowohl ÖVP, SPÖ als auch die Grünen fordern eine lückenlose Aufklärung sowie Konsequenzen seitens der FPÖ.
ÖVP-Abgeordneter Wolfgang Gerstl erklärte: "Sollte das zutreffen, handelt es sich um einen staats- und demokratiepolitischen Offenbarungseid. Denn wer Personen mit einer derartigen Vorgeschichte weiter im politischen Bereich beschäftigt oder ihnen neue politische Funktionen verschafft, anstatt eine unmissverständliche Trennlinie zu ziehen, sendet ein fatales Signal zum Schaden der Demokratie und unserer Werte. Gemeinsam mit den jüngsten Enthüllungen entsteht der Eindruck eines Systems, das die FPÖ bewusst installiert hat."
Auch SPÖ-Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim übte scharfe Kritik an der FPÖ: "Statt Schimanek nach seiner rechtskräftigen Verurteilung wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung ein für alle Mal vor die Tür zu setzen, behält der ehemalige Büroleiter von Rosenkranz seinen Versorgungsjob in der FPÖ-Parteiakademie. Es ist bezeichnend, dass ausgerechnet das sogenannte 'Bildungsinstitut' der FPÖ als Auffangbecken für verurteilte Rechtsextreme fungiert."
Auch Grünen-Rechtsextremismussprecher Lukas Hammer fordert Konsequenzen: "Falls sich bestätigt, dass René Schimanek nach seiner rechtskräftigen Verurteilung wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung nun beim Freiheitlichen Bildungsinstitut beschäftigt ist, wäre das ein politischer Skandal ersten Ranges."
Weiter: "Anstatt sich glaubwürdig von Personen zu distanzieren, die wegen NS-Wiederbetätigung verurteilt wurden, verschafft das freiheitliche Umfeld ihnen offenbar neue Funktionen und zeigt einmal mehr, dass sich die FPÖ von ihren braunen Wurzeln nicht glaubwürdig lösen kann oder will."