Mitte Jänner flog im 10. Wiener Bezirk eine illegale Fleischerei auf, Lebensmittel wurden in einer alten Tischlerei ohne Kühlung und teilweise direkt auf dem Boden gelagert – "Heute" berichtete. Der Aufschrei war in der ganzen Hauptstadt groß, weitere Hygienebeanstandungen in Ottakring, Donaustadt und Linz folgten.
Auch Kunden sorgten sich um die Qualität der türkischen Spezialität in Wien. Erst kürzlich gab ein Döner-Lokal tiefe Einblicke in den eigenen Betrieb, auch ein Restaurant am Keplerplatz möchte seine Kunden beruhigen. Seit Ende 2023 können Kebab-Fans in einem Restaurant mit einem Open-Kitchen-Konzept jeden Schritt mitverfolgen.
Das Restaurant "Közde Döner" auf der bekannten Fußgängerzone auf der Favoritenstraße möchte das Fastfood-Image der orientalischen Spezialität ablegen. "Döner kann viel mehr sein – nämlich eine ausgewogene, hochwertige Mahlzeit, die Genuss und Qualität vereint", erklärt der Gründer des Restaurants, Kemal Ünal.
Das Fleisch bei "Közde" ist demnach "Made in Austria": Rindfleisch aus der Steiermark und Kärnten wird sorgfältig von Hand mariniert, aufgespießt und dann traditionell über glühender Holzkohle zubereitet. Das stilvolle Ambiente des Restaurants glänzt mit grünen und goldenen Tönen, während das Open-Kitchen-Konzept mehr Transparenz in die Kebab-Zubereitung bringen soll. "So wird aus dem schnellen, ungesunden Snack für zwischendurch eine vollwertige Mahlzeit im Zuge eines gemütlichen Restaurant-Besuchs."
Für sein Döner-Fleisch setzt er auf einen ganz bestimmten Teil des Rindes, nämlich die Oberschale. Das sei ein wichtiger Faktor für unverwechselbaren Geschmack – saftig und gleichzeitig fettarm.
"Während man mitunter leider auch vorgefertigte Tiefkühlspieße sieht, die einfach aufgetaut werden, bereiten wir täglich alles frisch zu und achten genau darauf, woher unser Fleisch kommt", erklärt Ünal nach dem Döner-Skandal in Favoriten.
"Abhängig von den individuellen Vorlieben können Gäste drei verschiedene Portionsgrößen bestellen, was die Fleischmenge anbelangt. Zur Wahl stehen 150, 230 oder 300 Gramm", erklärt Ünal. Die Gerichte sind demnach auch preislich gestaffelt. So soll auch der Lebensmittelverschwendung der Kampf angesagt werden: "Pommes, Salat & Co. werden prinzipiell in kleinen Schalen serviert, können aber jederzeit kostenfrei nachbestellt werden – ganz im Sinne eines bewussteren Umgangs mit Lebensmitteln."
Mehr als nur Fastfood: Vor dem Döner werden auch Vorspeisen wie Saksuka (Frittierte Melanzani mit Tomatensauce), Sarma (Weinblätter mit Reis und Gewürzen) oder Linsensuppe angeboten. Als kulinarischer Abschluss bietet "Közde" süße Verlockungen wie Baklava und natürlich traditioneller türkischer Kaffee. Eine kleine Tasse türkischer Schwarztee geht "aufs Haus".