Österreichs Feldhasen sterben in erschreckendem Ausmaß! Wie aus der aktuellen Jagdstatistik 2025/26 hervorgeht, wurden bundesweit 55.600 verendete Hasen registriert – ein dramatischer Anstieg von 120,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders alarmierend: Während 15.400 Tiere dem Straßenverkehr zum Opfer fielen, wurden weitere 40.200 als sonstige Wildverluste erfasst. In dieser Kategorie explodierten die Zahlen um unglaubliche 379,2 Prozent! Die Statistik Austria bringt den massiven Anstieg vor allem mit dem Ausbruch der Myxomatose im Jahr 2025 in Verbindung.
Die sogenannte Kaninchenpest ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die lange Zeit hauptsächlich Wild- und Hauskaninchen betraf. Doch eine veränderte Variante des Myxomavirus hat mittlerweile auch den Europäischen Feldhasen erreicht. Für die Tiere bedeutet eine Infektion häufig einen qualvollen Todeskampf: Ihre Augen und Schleimhäute schwellen an, schwere Entzündungen entstehen, viele erblinden, können keine Nahrung mehr aufnehmen und sterben schließlich an völliger Entkräftung oder zusätzlichen Infektionen. Übertragen wird der Erreger unter anderem durch Stechmücken, Flöhe und Zecken.
Für Menschen ist das Myxomavirus selbst ungefährlich. Trotzdem sollten tote Hasen niemals mit bloßen Händen berührt werden, da sie auch andere, auf Menschen übertragbare Krankheitserreger in sich tragen können. Wer ein verendetes Tier entdeckt, sollte die zuständige Gemeinde oder Jägerschaft verständigen und Hunde fernhalten. Für Hauskaninchen empfiehlt die Veterinärmedizinische Universität Wien ausdrücklich eine Impfung gegen Myxomatose.
Wie dramatisch die Situation tatsächlich war, zeigt eine aktuelle wissenschaftliche Untersuchung der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Zwischen März und November 2025 wurden 272 tote Feldhasen und zwölf Wildkaninchen untersucht. Bei 235 Hasen und zehn Kaninchen stellten die Forscher charakteristische krankhafte Veränderungen fest. Die betroffenen Tiere stammten aus insgesamt 89 Gemeinden in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland. Besonders im Weinviertel grassierte die Seuche. Experten gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl infizierter Tiere deutlich höher lag, da längst nicht jeder tote Hase gefunden oder untersucht wird.
Immerhin gibt es vorsichtig positive Nachrichten: Laut Studienautorin Angelika Auer von der Vetmeduni Wien wurden 2026 bisher deutlich weniger tote Feldhasen beobachtet als im Vorjahr. Erste Untersuchungen deuten außerdem darauf hin, dass überlebende Tiere Antikörper gegen das Virus entwickeln können. Entwarnung bedeutet das allerdings nicht. Fachleute rechnen damit, dass die Krankheit dauerhaft in Österreich bleibt und weitere Ausbrüche möglich sind.