Kunden und Gläubiger getäuscht

1,2 Millionen Euro Schaden: Wiener Firma unter Verdacht

Mehr als 30 Gläubiger und zahlreiche Kunden könnten betroffen sein. Nun klickten für einen Verdächtigen die Handschellen, es geht um viel Geld.
Newsdesk Heute
22.06.2026, 13:14
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Ein Fall, der Wirtschaftsermittler über Jahre beschäftigt hat, hat zu einer Festnahme in Wien geführt. Das Landeskriminalamt Wien wirft mehreren Verdächtigen vor, Gläubiger um hohe Summen gebracht und Kunden mit fragwürdigen Geschäftspraktiken getäuscht zu haben. Die bisher bekannte Schadenssumme beläuft sich laut Ermittlern auf rund 1,2 Millionen Euro. Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht ein 31-jähriger Österreicher. Gegen ihn und drei weitere Verdächtige wird wegen des Verdachts der betrügerischen Krida sowie des schweren gewerbsmäßigen Betrugs ermittelt.

Die Beschuldigten sollen teilweise miteinander verwandt sein und über mehrere Jahre hinweg ein ausgeklügeltes System aufgebaut haben. Die Ermittlungen der Wirtschaftskriminalisten des Landeskriminalamts Wien reichen bis ins Jahr 2022 zurück. Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen stehen mehrere Unternehmen aus dem Bereich der Installationstechnik im Fokus. Die Verdächtigen sollen Vermögenswerte beiseitegeschafft und dadurch Gläubiger in Insolvenzverfahren geschädigt haben. Nach Angaben der Ermittler wurden größere Geldbeträge behoben, ins Ausland überwiesen oder für fragwürdige Zwecke verwendet.

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Firmen pleite, neue Firmen gegründet

Besonders brisant: Nach Insolvenzen einzelner Firmen sollen laut Ermittlungsstand neue Unternehmen gegründet worden sein. Vermögenswerte der alten Firmen, darunter auch Fahrzeuge, sollen dabei auf die neuen Gesellschaften übertragen worden sein. Im Zuge der Ermittlungen konnten vier Fahrzeuge sichergestellt werden. Ihr Gesamtwert wird mit rund 93.000 Euro beziffert. In einem weiteren Insolvenzverfahren stießen die Ermittler auf hohe Geldflüsse. Der Verdacht lautet, dass bis Mai 2026 zumindest 650.000 Euro durch Abhebungen und Überweisungen ins Ausland dem Zugriff von Gläubigern entzogen worden sein könnten.

Mittlerweile sind laut Polizei mehr als 30 geschädigte Gläubiger bekannt. Zusätzlich gibt es mehrere Personen, die als mögliche Betrugsopfer geführt werden. Die Ermittler gehen davon aus, dass sich die Zahl der Betroffenen noch erhöhen könnte. Neben den Vorwürfen rund um die Firmeninsolvenzen beschäftigt die Kriminalisten auch ein möglicher Betrug an Privatkunden. Nach bisherigen Erkenntnissen sollen bei Wartungen von Thermen und Gasheizungen angebliche Defekte festgestellt worden sein, die tatsächlich nicht vorhanden gewesen sein könnten.

Aufenthaltsort des Hauptverdächtigen ausgeforscht

Den Kunden sollen notwendige Reparaturen oder Gefahren durch Gasaustritte vorgetäuscht worden sein. Dadurch seien sie zum Austausch ihrer Heizgeräte bewegt worden. Die Arbeiten hätten die Betroffenen teils im Voraus bezahlt. Nach dem Ermittlungsstand sollen in Fällen Leistungen nicht erbracht worden sein. Andere Arbeiten seien laut Verdacht nicht fachgerecht durchgeführt worden. Teils sollen alte Geräte verbaut oder angebliche Schäden verrechnet worden sein. Auf Grundlage der Ermittlungsergebnisse ordnete die Staatsanwaltschaft Wien eine Festnahme sowie Hausdurchsuchungen und Sicherstellungen an.

Der 31-jährige Hauptverdächtige soll an seiner offiziellen Meldeadresse offenbar nur zum Schein gemeldet gewesen sein. Erst durch intensive Ermittlungen gelang es den Beamten, seinen tatsächlichen Aufenthaltsort festzustellen. Am 19. Juni 2026 vollzogen Ermittler schließlich die Festnahmeanordnung sowie zwei Hausdurchsuchungen in Wien. Der festgenommene 31-Jährige machte von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. Über Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien wurde er in eine Justizanstalt eingeliefert. Die Ermittlungen gegen ihn und die weiteren Verdächtigen dauern an.

Polizei hofft auf weitere Hinweise aus der Bevölkerung

Die Behörden prüfen derzeit zahlreiche Unterlagen und Finanztransaktionen, um das gesamte Ausmaß der mutmaßlichen Straftaten aufzuklären. Das Landeskriminalamt Wien geht zudem Hinweisen weiterer möglicher Geschädigter nach. Personen, die im Zusammenhang mit Wartungsarbeiten an Thermen oder Gasheizungen ähnliche Erfahrungen gemacht haben, werden ersucht, sich bei den Ermittlern zu melden. Die Polizei hofft dadurch auf weitere Hinweise, die bei der Aufarbeitung des Falls helfen könnten.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 22.06.2026, 13:26, 22.06.2026, 13:14
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