Die entscheidende Spur lieferte die Chipnummer. Tierschützerin Ramona Ritz aus Dermbach in Deutschland las den Chip aus – und brachte so Nini auf den Weg zurück zu ihren Besitzern. Wie 20min.ch berichtet, hatten diese ihre elf Jahre alte Katze schon seit Jahren schmerzlich vermisst. Nach dem Verschwinden in Südfrankreich gab es lange kein Lebenszeichen. Erst jetzt, durch den Chipleser, kam ans Licht, was mit der dreifärbigen Katze passiert war.
Laut MDR war Nini bereits vor zwei Jahren in Dermbach aufgetaucht. "Ich füttere hier schon länger Streunerkatzen, und auf einmal saß die dreifärbige Katze hier am Hof und hat einfach mitgegessen", erzählt Cindy Kürschner über das erste Treffen. Und das blieb auch so: Kürschner hatte damals versucht, die Besitzer ausfindig zu machen, doch auf ihre Online-Anzeige meldete sich niemand. Deshalb fütterte sie das fremde Tier, das sie kurzerhand Minki nannte, einfach weiter.
„Ich füttere hier schon länger Streunerkatzen, und auf einmal saß die dreifärbige Katze hier am Hof und hat einfach mitgegessen“Cindy Kürschner
Minki war nicht die einzige Katze, die bei Kürschner einzog. Vor kurzem tauchte noch eine kleine graue Katze auf, "die anscheinend trächtig war", schildert Tierschützerin Ritz vom Verein Das Mietzhaus – Die Pfötchenretter. "Deshalb wollten wir sie einfangen und kastrieren lassen, damit sie sich nicht unkontrolliert vermehrt." Das hat geklappt, die graue Katze blieb ebenfalls bei Kürschner. Beim nächsten Besuch von Ritz kamen die beiden Frauen dann auf die Idee, nachzusehen, ob Minki einen Chip trägt.
Kürschner erklärt, warum sie erst so spät daran dachte: Die meisten Streunerkatzen seien eben nicht gechippt. "Deswegen vergisst man das dann irgendwann."
Der Chip war tatsächlich vorhanden, doch das Lesegerät zeigte eine ungewöhnliche Nummer. "Die Chipnummern von Katzen beginnen in Deutschland immer mit zwei und sieben", sagt Ritz. "Diesmal zeigte das Gerät aber eine zwei und eine fünf." Eine französische Nummer, wie die Frauen inzwischen wissen. Über verschiedene Registrierungsportale suchten sie weiter nach den Besitzern. Mehr als das Geburtsdatum fanden sie aber nicht heraus. Demnach ist Nini bereits elf Jahre alt.
Bei der Pfotenhilfe in Lochen herrscht praktisch jeden Tag "Katzenalarm":
Doch Ritz und Kürschner gaben nicht auf. Gemeinsam mit französischen Muttersprachlern verfassten sie eine Nachricht, die über das französische Registrierungsportal veröffentlicht wurde. Dieser Aufruf brachte das Happy End: Kurz darauf meldete sich die Besitzerin telefonisch bei der Tierschützerin. Im Gespräch erfuhr Ritz, dass Minki in Wahrheit Nini heißt und eine weite Reise hinter sich hat.
Wie Nini die rund 1.000 Kilometer zurückgelegt hat, bleibt ein Rätsel. "Wir vermuten, dass die Katze vielleicht in ein Auto oder einen Lkw gestiegen ist und so irgendwann in Thüringen gelandet ist", meint Tierschützerin Ritz. Auch wo sich Nini zwischen 2020 und 2022 aufgehalten hat, weiß niemand. Fest steht aber: Schon im Juli soll Nini endlich wieder mit ihrer Besitzerin vereint werden.