Boom setzt sich fort

40 Stunden zu viel: Immer mehr steigen auf Teilzeit um

In Österreich setzt sich der Trend zu weniger Arbeit fort. Allein im Jahresabstand ist die Zahl der Teilzeitbeschäftigten um 57.200 gestiegen.
Team Wirtschaft
04.09.2026, 09:24
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Im zweiten Quartal 2026 waren in Österreich durchschnittlich knapp 4,5 Millionen Personen erwerbstätig. Damit lag die Gesamtzahl der Beschäftigten praktisch exakt auf Vorjahresniveau, schreibt Statistik Austria in einer Analyse. Hinter diesem scheinbar stabilen Ergebnis stehe jedoch laut den Experten eine "gegenläufige Veränderung".

"Während die Zahl der Teilzeiterwerbstätigen um 57.200 zugenommen hat, sind die Vollzeiterwerbstätigen um 57.400 zurückgegangen. Damit setzt sich der Trend zur Teilzeitarbeit nach einem Rückgang im Jahr 2025 weiter fort", erklärt Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin von Statistik Austria, fest.

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Österreich auf Platz 2 im EU-Vergleich

Konkret gehen mittlerweile knapp 1,45 Millionen Menschen in Österreich einer Teilzeitbeschäftigung nach. Dem gegenüber stehen noch rund 3,05 Millionen Vollzeitkräfte. Die Teilzeitquote kletterte damit um 1,3 Prozentpunkte auf 32,1 Prozent.

Mit einer Quote von knapp 32 Prozent belegt Österreich im EU-weiten Vergleich den zweiten Platz – direkt hinter den Niederlanden mit 44,1 Prozent. Dahinter folgen Deutschland (31,6 Prozent), Dänemark (28,2 Prozent) und Belgien (26,3 Prozent).

Zum Vergleich: Der Schnitt aller 27 EU-Staaten liegt bei lediglich 18,9 Prozent. Am anderen Ende der Hitparade rangieren Bulgarien (2,1 Prozent), Rumänien (2,5 Prozent) und Kroatien (4,3 Prozent), wo Teilzeitarbeit im Alltag so gut wie kein Thema ist.

Was die Erhebung von Statistik Austria einmal mehr zeigt: Das Gros der Teilzeitkräfte ist weiblich: Fast 1,1 Millionen Frauen arbeiten verkürzt, das entspricht 51,1 Prozent aller erwerbstätigen Frauen. Vor 20 Jahren lag dieser Wert bei knapp 41 Prozent. Bei den Männern sind aktuell knapp 347.000 in Teilzeit tätig. Ihr Anteil liegt bei 14,8 Prozent und hat sich damit seit 2006 (6,6 Prozent) mehr als verdoppelt.

Gesamtzahl der Arbeitsstunden sinkt

Die Verschiebung schlägt sich direkt im erbrachten Arbeitsvolumen nieder: Im zweiten Quartal 2026 wurden insgesamt rund 1,74 Milliarden Arbeitsstunden geleistet – um 5,7 Millionen Stunden weniger als im Vorjahresquartal. Die durchschnittlich vereinbarten Normalarbeitsstunden sanken auf 35,4 Wochenstunden.

Gleichzeitig suchen viele Arbeitslose keine 40-Stunden-Stelle mehr: Knapp ein Viertel der arbeitslosen Personen (23,0 Prozent) hielt im zweiten Quartal ausschließlich nach einem Teilzeitjob Ausschau. Bei den Frauen lag dieser Anteil bei 37,6 Prozent, bei den Männern waren es 11,7 Prozent. Für weitere 24,5 Prozent aller Arbeitslosen spielte das Stundenausmaß hingegen keine primäre Rolle.

Jede vierte Überstunde unbezahlt

Der Bericht beleuchtet zudem geleistete Mehrarbeit: Pro Person mit Überstunden fielen durchschnittlich 6,1 Mehrarbeitsstunden pro Woche an. Allerdings wurden im Schnitt nur 4,5 Stunden bezahlt oder mit Zeitausgleich inklusive Zuschlag abgegolten. 26,0 Prozent der Überstunden blieben ohne finanzielle Vergütung oder zuschlagspflichtigen Ausgleich. Bei Frauen war dieser Anteil mit 29,8 Prozent höher als bei Männern (23,9 Prozent).

Einen deutlichen Beschäftigungsanstieg verzeichnet die Statistik bei älteren Frauen zwischen 55 und 64 Jahren: Ihre Erwerbstätigenquote legte gegenüber dem Vorjahr um 3,5 Prozentpunkte auf 58,3 Prozent zu. Als wesentlichen Treiber nennt die Statistik Austria die seit Anfang 2024 laufende, schrittweise Anhebung des gesetzlichen Frauenpensionsalters.

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