Mobilfunker rüstet auf

A1 macht seine 5G-Masten zur geheimen Unwetter-Waffe

Das 5G-Netz als Wetter-Spion – gemeinsam mit Nokia testet der Mobilfunker A1 eine neue Technik, die die Vorhersage revolutionieren könnte.
Team Wirtschaft
18.06.2026, 12:19
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A1 will sein Mobilfunknetz künftig nicht nur für Telefonie, Internet und Datenverkehr nutzen. Gemeinsam mit den finnischen Unternehmen Skyfora und Nokia testet der Konzern eine neue Lösung, bei der 5G-Standorte auch Wetterdaten erfassen.

Die Mobilfunkstandorte werden damit zu Sensoren, die laufend Informationen aus der Atmosphäre liefern. Vor allem in alpinen Regionen soll das helfen, lokale Wetterentwicklungen genauer und rascher einzuschätzen. Dort kann sich die Lage innerhalb kurzer Zeit ändern – etwa bei Gewittern, Nebel oder Starkregen.

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Erste Standorte rund um die Seetaler Alpen sind bereits ausgestattet. Das sind etwa Röthelstein, Weißkirchen, St. Georgen ob Judenburg, Turrach und Metnitz. Auch ein Standort von A1 Slowenien ist Teil des Projekts.

So funktioniert der Wetter-Trick

Bei den Tests werden bestehende 5G-Standorte genutzt, um atmosphärische Daten zu erfassen. Im Zentrum stehen sogenannte GNSS-Signale. Dabei handelt es sich um Signale von Navigationssatelliten, die an Mobilfunkstandorten empfangen werden.

Auf dem Weg durch die Atmosphäre werden diese Signale verändert – etwa durch Luftfeuchtigkeit. Diese Veränderungen werden erfasst und ausgewertet. Daraus lässt sich ableiten, wie viel Wasserdampf sich in der Atmosphäre befindet.

Das ist wichtig, weil Wasserdampf ein zentraler Faktor für Niederschlag, Gewitter oder Nebel ist. Je genauer dieser Wert lokal erfasst wird, desto besser können Wettermodelle arbeiten.

Christian Laqué, CTO von A1 Österreich, sagt dazu: "Wir entwickeln unser Netz konsequent weiter und erschließen gezielt neue Fähigkeiten, die über klassische Konnektivität hinausgehen."

Gemeinsam mit Skyfora und Nokia zeige A1, wie bestehende Infrastruktur erweitert werden könne, um zusätzliche Daten für präzisere Wetterprognosen zu gewinnen. Entscheidend sei laut Laqué, dass diese Daten dort entstehen, wo sie gebraucht werden – "mit hoher geografischer Auflösung und ohne zusätzliche Infrastruktur".

Hilfe bei Gewittern und Sturzfluten

Die neuen Daten sollen bestehende Wettermodelle ergänzen. Besonders wertvoll sind sie laut A1 bei kurzfristigen und lokalen Wetterereignissen. Gerade im Gebirge kann sich das Wetter schnell ändern und nur kleine Gebiete betreffen.

Bessere lokale Beobachtungen könnten dort helfen, gefährliche Sturzfluten früher zu erkennen. Auch Betreiber von Wasserkraftwerken, Verkehrsmanagement und Rettungsorganisationen könnten von genaueren Wetterdaten profitieren. Für wichtige Infrastruktur zählt oft jede Minute.

Massiver Boost für Wettervorhersage

Skyfora-Chef Fredrik Borgström sieht in dem Projekt mehr als nur einen technischen Test. "Wir freuen uns, gemeinsam mit A1 die Grenzen dessen zu verschieben, was Mobilfunknetze über reine Konnektivität hinaus leisten können", sagt er.

Die Softwarelösung von Skyfora ermögliche es, bestehende Telekom-Infrastruktur in ein skalierbares Wetterbeobachtungsnetzwerk zu verwandeln. Die daraus entstehenden Daten sollen moderne, KI-basierte Wettermodelle verbessern.

Nokia sieht neue Chance für Netze

Auch Nokia betont den Innovationscharakter der Zusammenarbeit. Christoph Rohr, Country Manager bei Nokia, sagt: "Telekommunikationsnetze sind die verlässliche, kritische Infrastruktur für unsere tägliche Konnektivität."

Das Projekt zeige aber, dass diese Infrastruktur noch mehr könne. Sie liefere "äußerst wertvolle Daten für KI-gestützte Anwendungen" und eröffne damit neue Möglichkeiten.

A1, Skyfora und Nokia wollen damit zeigen, wie Mobilfunknetze über ihre klassische Rolle hinaus genutzt werden können. Aus vorhandener Infrastruktur sollen neue datenbasierte Anwendungen entstehen - mit Nutzen für Wirtschaft, Wetterdienste und Einsatzorganisationen.

Auch Slowenien ist dabei

Das Projekt ist nicht nur auf Österreich beschränkt. Auch ein Standort von A1 Slowenien liefert Daten. Vladimir Skender, Senior Network Director bei A1 Slowenien und A1 Kroatien, spricht von einem Pilotprojekt, bei dem GNSS-basierte Sensorik in die bestehende Netzinfrastruktur integriert werde.

"Die Einbindung eines slowenischen Standorts unterstreicht unser Engagement für Innovation und marktübergreifende Zusammenarbeit", sagt Skender. Gleichzeitig unterstütze man damit die Entwicklung präziserer lokaler Wettervorhersagen.

Wer hinter der Technik steckt

Nokia ist einer der großen Anbieter für Netztechnik und arbeitet weltweit an Festnetz-, Mobilfunk- und Transportnetzen. Skyfora kommt ebenfalls aus Finnland und entwickelt ein Wetterbeobachtungsnetzwerk, das bestehende Mobilfunknetze nutzt. Die Technik soll Wetterdaten liefern, ohne überall neue Messstationen aufbauen zu müssen.

{title && {title} } tmw, {title && {title} } Akt. 18.06.2026, 12:20, 18.06.2026, 12:19
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