Mit deutlichen Worten hat sich ORF-Meteorologe Sigi Fink auf Facebook an Menschen gewandt, die die realen Auswirkungen des Klimawandels anzweifeln und fast schon hysterisch als Panikmache abtun.
Der Wetterexperte, der seit Februar auch das ORF-Frühfernsehen "Guten Morgen Österreich" moderiert, reagierte auf Kommentare wie: "So a Blödsinn, zu heiß und zu trocken" oder "Alles Lüge. Der Sommer wird eh wieder der heißeste aller Zeiten."
Fink hält dagegen. Wer glaube, die Sorgen über Trockenheit seien übertrieben, solle mit Landwirten sprechen oder selbst einen Blick in die Natur werfen. Viele Bauern würden derzeit dringend auf Regen hoffen. Die Folgen der anhaltenden Trockenheit seien bereits deutlich sichtbar. Dazu zeigt er eingesendete Clips von Landwirten, die auf ihren Feldern riesige Staubwolken hinterlassen.
Gleichzeitig verweist der Meteorologe auf die aktuelle Wetterlage. Weltweit entwickle sich ein starkes El-Niño-Jahr. "Heißt, Meere werden durchschnittlich GLOBAL zu warm sein." Das erhöhe die gespeicherte Energie, damit auch das Risiko für Unwetter mit Starkregen und Hitzewellen.
Für Europa sei der direkte Einfluss von El Niño zwar geringer als in anderen Regionen der Welt, ganz ohne Auswirkungen bleibe das Phänomen aber auch hier nicht. Ob der Sommer tatsächlich außergewöhnlich heiß werde, könne derzeit niemand seriös vorhersagen. "Allerdings deutet nix auf einen zu kühlen Sommer hin", so die Einschätzung des Wetterexperten. Es bleibe nur, auf eine nachhaltige Wetterumstellung zu hoffen.
Besonders Sorgen bereitet Fink die Trockenheit der vergangenen Monate. Der Winter brachte vielerorts zu wenig Schnee – später im Sommer wird es die Gletscher dann umso härter treffen. Dazu kommen niedrige Pegelstände bei Gewässern, ein angespanntes Grundwasser-Niveau und ein sehr trockenes Frühjahr. Die frühe Hitzewelle mit Rekordwerten bereits im Mai verschärfe die Situation zusätzlich.
"Wenn es so weitergehen würde, wäre das schlimm – auch für dich, der es belächelt und sagt 'so ein Blödsinn'", richtet Fink seinen Appell an Kritiker.
Ganz ohne Hoffnung ist die Prognose allerdings nicht. Bereits in den kommenden Tagen sollen sich Tiefdruckgebiete Österreich nähern. Damit steigt die Chance auf dringend benötigten Regen. Gleichzeitig warnt Fink aber auch vor einer erhöhten Unwettergefahr. Lokal könnten schwere Gewitter mit Orkanböen, Hagel und großen Regenmengen in kurzer Zeit auftreten.