Zeitplan wird bekannt

Ardo-Aus: Schon im Dezember ist mit Gemüse Schluss

Der Fahrplan für das Ardo-Aus in Groß-Enzersdorf steht fest: Die Gemüseproduktion endet bereits im Dezember, im Frühling folgt die Nudel-Linie.
21.10.2026, 11:12
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Das Aus für den Tiefkühlriesen Ardo in Groß-Enzersdorf (Bezirk Gänserndorf) rückt immer näher! Jetzt steht fest, wann am Standort im Marchfeld endgültig die Lichter ausgehen. Bereits mit Ende Dezember 2026 wird die Produktion von Tiefkühlgemüse eingestellt. Für die heimischen Bauern und Beschäftigten ist das ein schwerer Schlag.

Wie "ORF NÖ" berichtet, soll die Schließung des Werks schrittweise erfolgen. Zunächst wird die Gemüseproduktion eingestellt, im Frühling 2027 folgt die Nudel-Linie. Danach wird auch die Logistik heruntergefahren. Im August 2027 soll das Werk endgültig zusperren.

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Ardo verspricht Verarbeitung der heurigen Ernte

Immerhin: Die heurige Ernte von Spinat, Rotkraut und Karotten soll noch vollständig verarbeitet und verpackt werden. Ein Teil der Ware wird laut Ardo sogar bis weit ins kommende Jahr eingelagert.

Doch für die Bauern im Marchfeld wird die Lage zunehmend dramatisch. Wie "Heute" berichtete, haben erste Betriebe bereits die Aussaat gestoppt. Besonders betroffen ist der Winterspinat. Die Landwirtschaftskammer Niederösterreich bestätigte diese Entwicklung.

Heimischer Spinat könnte knapp werden

Das Problem: Das Ardo-Werk verfügt über die einzige Produktionslinie für Tiefkühlspinat in ganz Österreich. Fällt diese weg, könnte es ab Mitte 2027 zu Engpässen bei heimischem Spinat in den Supermarktregalen kommen.

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Die angekündigte Schließung hatte schon Mitte Oktober erste Konsequenzen. Der für die Frühjahrsernte vorgesehene Herbstanbau von Spinat wurde von vielen Landwirten aus Sorge vor fehlenden Abnehmern in letzter Sekunde gestoppt. Dabei geht es nicht nur um Gemüse, sondern auch um zahlreiche Existenzen. Rund 190 Beschäftigte und 50 Leiharbeitskräfte sind direkt vom Werks-Aus betroffen. Dazu kommen Hunderte Bauern im Marchfeld.

Hoffnung auf Rettung noch nicht aufgegeben

Trotz des konkreten Schließungsfahrplans gibt es noch Hoffnung für die Region. Aktuell laufen zwischen Bund und Land intensive Gespräche über eine alternative Produktionslösung. Es soll bereits ernsthaft interessierte Investoren geben. Namen werden allerdings noch nicht genannt.

Der belgische Konzern hatte Ende September angekündigt, den Standort in Groß-Enzersdorf zu schließen. Als Gründe wurden der hohe Investitionsbedarf und die Kostenstruktur genannt. Auch Gespräche über mögliche staatliche Hilfen konnten Ardo nicht umstimmen – "Heute" berichtete. Zuletzt sorgte auch der Sozialplan für die betroffenen Beschäftigten für Diskussionen. Gewerkschaft und Arbeiterkammer forderten bessere Bedingungen für die Belegschaft.

Die Uhr tickt: Während weiter nach einer Lösung für den Standort gesucht wird, ist das Ende der Gemüseproduktion nur noch wenige Wochen entfernt. Für die Bauern im Marchfeld drängt die Zeit – denn ohne Verarbeitung gibt es auch für die nächste Ernte keine gesicherte Zukunft.

VF, 21.10.2026, 11:12
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