Song-Contest-Ärger

„Billige Show-Politik“ – ESC-Plan empört Gewerkschaft

Die Debatte um offene Geschäfte am ESC-Sonntag in Wien sorgt für Wirbel. Die GPA spricht von Show-Politik auf dem Rücken der Angestellten.
Team Wirtschaft
13.04.2026, 13:35
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Die Diskussion um eine Sonntags- und Feiertagsöffnung zum Eurovision Song Contest in Wien nimmt Fahrt auf - und die Gewerkschaft GPA geht jetzt frontal dagegen los. Für die Arbeitnehmervertreter ist klar: Eine Sonderöffnung wäre kein Rettungsanker für den Handel, sondern vor allem eine zusätzliche Belastung für die Beschäftigten.

Diskussion auf dem Rücken der Beschäftigten

GPA-Chefin Barbara Teiber findet dazu deutliche Worte. "Seit Wochen wird eine Sonntagsöffnung zum ESC von diversen Seiten zu einem Allheilmittel für den österreichischen Handel hinaufstilisiert. Doch wie bereits in der Vergangenheit werden dabei erneut jene ausgeblendet, die die realen Konsequenzen der Sonntagsöffnung zu spüren bekommen. Und das sind die Beschäftigten im Handel", ärgert sie sich.

Dabei seien es in erster Linie die Beschäftigten, "denen konstant gesagt wird, dass sie noch weniger Planbarkeit und schlechtere Vereinbarkeit von Beruf und Familie einfach hinnehmen sollen, während viele schon jetzt unter enormem Arbeitsdruck leiden", so Teiber.

Drei von vier Österreichern gegen Sonntagsöffnung

Die GPA verweist dabei auch auf Zahlen: Laut einer IFES-Umfrage lehnen 98 Prozent der Handelsangestellten Sonntagsarbeit ab. Auch in der Bevölkerung ist die Skepsis groß – drei von vier Österreichern sprechen sich demnach gegen eine Sonntagsöffnung im Handel aus.

Für Teiber ist daher auch politisch fraglich, wem die laufende Debatte nützt. "Auch auf Ebene der Sozialpartner wurde das Thema nicht an uns herangetragen. Somit stellt sich die Frage, wessen Interessen man mit dieser immer neu aufgewärmten Kampagne überhaupt vertritt."

Schon bei Fußball-EM blieb Andrang auf Shops aus

Dann legt die GPA-Chefin noch einmal nach: "Das verstärkt den Eindruck, dass hier einfach nur billige Show-Politik zur Selbstinszenierung auf dem Rücken der Beschäftigten betrieben wird." Besonders scharf ist auch der Verweis auf frühere Großereignisse. Schon bei der Fußball-EM 2008 sei der angekündigte Riesenansturm auf die Geschäfte ausgeblieben.

Selbst Unternehmer sehen Sonntagsöffnung kritisch

Dazu komme laut Gewerkschaft, dass selbst Unternehmen eine Sonntagsöffnung oft kritisch sehen. Der Grund: höhere Personal- und Energiekosten, ohne dass zusätzliche Einnahmen sicher wären. "Wenn sogar die Unternehmen selbst betonen, dass sich eine Sonntagsöffnung nicht rentiert, weil damit zusätzliche Personal- und Energiekosten einhergehen, während Mehreinnahmen nicht garantiert sind, dann sollte man sich endlich diesen Fakten widmen, statt weiter Scheindebatten zu führen", appelliert Teiber.

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