Schockbilanz der Autoriesen

Milliardengrab E-Autos! Gewinne brechen massiv ein

Die 19 größten Autokonzerne verloren 2025 massiv an Gewinn. Schuld sind teure Elektro-Fehlplanungen, China-Schwäche und hohe Belastungen.
Team Wirtschaft
13.04.2026, 08:15
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Was als große Zukunftswette gedacht war, wird für viele Autobauer jetzt zum teuren Problem. Laut einer aktuellen EY-Analyse ist der Gesamtgewinn der 19 größten Autokonzerne der Welt im Jahr 2025 regelrecht eingebrochen – von 143 auf nur noch 59 Milliarden Euro. Das ist ein Minus von 59 Prozent.

Besonders bitter: Nur ein einziger Konzern konnte seinen Gewinn überhaupt steigern. Geely legte um 12 Prozent zu. Vier Hersteller rutschten gleich tief in die roten Zahlen.

Fast 60 Milliarden Euro an Belastungen

Der Hauptgrund für den Absturz: Viele Hersteller müssen ihre Elektro-Strategien neu aufstellen – und das kostet gewaltig. Abschreibungen auf Batteriefabriken, Entwicklungsprojekte und ganze Modellreihen summieren sich laut EY inzwischen auf fast 60 Milliarden Euro.

Allein Ford rechnet mit einer Belastung von rund 18 Milliarden Euro. Bei General Motors sind es rund sieben Milliarden Euro. Stellantis bezifferte den Abschreibungsbedarf mit 22 Milliarden Euro, Honda kündigte eine Abschreibung von etwa 14,5 Milliarden Euro an. Auch Porsche ist betroffen und veranschlagt 3,1 Milliarden Euro.

"Massiver Rückgang der Gewinne"

EY-Experte Axel Preiss spricht von einer extrem angespannten Lage. Viele Investitionen seien auf zu optimistischen Annahmen aufgebaut worden. Die Nachfrage nach Elektroautos bleibe vor allem in Europa und den USA aber klar hinter den Erwartungen zurück. Die Folge seien milliardenschwere Abschreibungen - und ein massiver Gewinneinbruch.

Dabei zeigt sich: Der Umsatz der großen Hersteller hielt sich mit einem Plus von 0,6 Prozent noch halbwegs stabil. Bei den deutschen Konzernen lief es aber deutlich schlechter. Ihr Umsatz sank um 4,1 Prozent, beim Absatz gab es ein Minus von zwei Prozent.

Marge auf 10-Jahres-Tief

Noch dramatischer ist der Blick auf die Profitabilität. Die durchschnittliche Marge der analysierten Konzerne sackte von 6,7 auf 2,8 Prozent ab. So schlecht war die Branche seit zehn Jahren nicht mehr. Sogar im Corona-Jahr 2020 lag die Marge mit 3,9 Prozent höher.

Im Ranking der profitabelsten Hersteller lagen Suzuki mit 9,7 Prozent und Toyota mit 8,5 Prozent vorne. Dahinter folgen Kia mit 8,0 Prozent und BMW mit 7,6 Prozent.

China wird für Deutsche zum Problem

Während westliche Hersteller kämpfen, konnten die chinesischen Konzerne BYD, Geely und Great Wall Motors bei Umsatz und Absatz weiter zulegen. Der Umsatz stieg dort im Schnitt um 9,3 Prozent, der Absatz sogar um 16 Prozent.

Für deutsche Autobauer wird vor allem China immer mehr zur Baustelle. Dort brach ihr Absatz im Vorjahr um elf Prozent ein. Laut EY fehlt den deutschen Herstellern bisher eine wirklich überzeugende Antwort auf den harten Wettbewerb, vor allem im Elektro- und Premiumsegment.

Zölle, Krisen, Kaufzurückhaltung

Zusätzlich drücken US-Zölle, geopolitische Risiken und fragile Lieferketten auf die Bilanz. EY rechnet auch heuer nicht mit einer raschen Erholung. Politische Unsicherheit, steigende Energiepreise und Inflationsdruck bremsen die Lust auf einen Autokauf weiter.

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