Kinofans müssen jetzt stark bleiben: Cineplexx hat seine digitalen Angebote vorsorglich abgeschaltet. Damit ist nicht nur die Website nicht erreichbar, auch die App bleibt vorerst offline, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte.
Hintergrund sind zwei schwerwiegende Sicherheitslücken in der weitverbreiteten Programmiersprache PHP, die weltweit für Aufregung sorgen. Millionen Webseiten könnten betroffen sein.
Für alle, die aktuell aber ins Kino gehen wollen, gibt es eine wichtige Entwarnung: "Kinotickets kannst du weiterhin direkt an den Kinokassen kaufen." Wie lange die digitalen Angebote nicht verfügbar sein werden, ist derzeit offen.
Der Konzern begründet den Schritt mit der Sicherheit seiner Systeme und der Kundendaten. Man arbeite daran, die digitalen Angebote schnellstmöglich wieder wie gewohnt bereitzustellen.
Die Programmiersprache PHP bildet die technische Grundlage zahlreicher Webseiten, Nachrichtenportale, Onlineshops und Verwaltungsplattformen. Besonders häufig kommt sie bei WordPress zum Einsatz, aber auch Systeme wie Joomla, Drupal, Moodle und TYPO3 nutzen PHP.
Die Sicherheitslücken tragen die Kennungen CVE-2026-109618 und CVE-2026-109619 und werden unter dem Namen "PHP2Shell" zusammengefasst. Unter bestimmten Voraussetzungen könnten Angreifer sie über das Internet ausnutzen, ohne sich zuvor anmelden zu müssen.
Die möglichen Folgen sind gravierend: Kriminelle könnten eigenen Schadcode auf verwundbaren Servern ausführen, gespeicherte Informationen abgreifen oder Webseiten manipulieren. Auch eine missbräuchliche Nutzung der betroffenen Infrastruktur für weitere Angriffe wäre denkbar.
Allerdings sind nicht automatisch alle Webseiten gefährdet, die PHP verwenden. Entscheidend ist unter anderem, welche Version der Programmiersprache auf dem jeweiligen Server läuft und ob die notwendigen Sicherheitsupdates bereits installiert wurden.
Die Warnungen haben bereits Konsequenzen für heimische Betreiber. Unter anderem nahmen die Universität Wien, die Technische Universität Wien, die MedUni Wien und die "Niederösterreichischen Nachrichten" ihre Webseiten vorsorglich vom Netz.
Auch die Sicherheitsbehörden schlagen Alarm. Das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik stufte die Gefahr mit "3/Orange" ein. Österreichs Computer Emergency Response Team CERT.at machte ebenfalls auf die Schwachstellen aufmerksam. Beide Lücken wurden vom PHP-Sicherheitsteam mit einem Schweregrad von 9,2 von 10 bewertet.
Inzwischen stehen Updates zur Verfügung. Betreiber müssen ihre Systeme nun rasch überprüfen und absichern. Besonders heikel ist, dass Informationen über die Schwachstellen bereits vor der geplanten Veröffentlichung der Sicherheitsupdates bekannt wurden. Das erhöht das Risiko, dass Angreifer gezielt nach verwundbaren Servern suchen.