Die Regierung hat am Wochenende das Budget für die Universitäten für den Zeitraum 2028 bis 2030 beschlossen. Insgesamt bekommen die Hochschulen 15,893 Millionen Euro. Gefordert hatten die Unis 18 Milliarden – das sei allein für die Inflationsabgeltung notwendig.
Dass den Hochschulen damit faktisch das Budget massiv gekürzt wird, hat auch Auswirkungen auf die medizinische Versorgung in Österreich.
So stellt die MedUni Wien mit 1.630 Ärzten das gesamte ärztliche Personal des AKH, ein Großteil ihres Budgets fließt in diesen Posten. Markus Müller, Rektor der MedUni, erklärt jetzt in "Heute": "Die Budgetkürzung durch die Regierung wird bedeuten, dass wir 150 ärztliche Stellen nicht finanziell bedecken können."
Wie man auf diese Weise die Patientenversorgung sicherstellen solle, ist für Müller ungeklärt. Laut Vertrag mit der Stadt Wien ist die MedUni verpflichtet, bis 2033 die volle Ärztezahl für das AKH zur Verfügung zu stellen – "aber mir fehlt die Phantasie, wie das gehen soll", sagt Müller.
„Junge Ärzte können wir dann nicht einstellen, obwohl wir sie ausbilden.“Markus Müller Rektor MedUni Wien
An Kündigungen denkt er nicht, aber Stellen nachzubesetzen, wäre nach der Budgetkürzung nicht mehr drin, das betreffe rund 10 Prozent pro Jahr. "Paradox", so der MedUni-Chef: "Junge Ärzte können wir dann nicht einstellen, obwohl wir sie ausbilden."
Das passe alles hinten und vorne nicht zusammen, kritisiert Müller. Hintergrund: Immer wieder hatte insbesondere die SPÖ gefordert, dass in Österreich ausgebildete Ärzte für einige Jahre im öffentlichen Gesundheitssystem arbeiten müssten.
„Insgesamt müssen wir an der MedUni über 100 Millionen Euro einsparen, konservativ geschätzt.“Markus Müller Rektor MedUni Wien
Es drohen also Beeinträchtigungen in der Patientenversorgung, ebenso in der medizinischen Forschung. "Insgesamt müssen wir an der MedUni über 100 Millionen Euro einsparen, konservativ geschätzt", sagt Müller. Es dürfte dann auch um Einsparungen bei der Forschungs-Infrastruktur, der Anschaffung neuester Geräte, etc. geben.
Die Universitätsmedizin Wien habe sich in den vergangenen Jahren extrem gut entwickelt – "das dürfen wir doch jetzt nicht aufs Spiel setzen", warnt der Rektor der MedUni. Und: "Die aktuelle Diskussion schadet dem Standort extrem. Spitzenleute fragen sich, ob sie in dieser Situation noch nach Österreich kommen sollen."