Massiver Personalabbau droht

Uni-Budget: Jetzt sind 6.800 Jobs in Gefahr

Die Regierung kürzt das Budget für die Universitäten. Das hat massive Auswirkungen. Die Rektoren warnen vor einem massiven Personalabbau.
19.10.2026, 16:36
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Diesen Aufschrei hätte sich die Regierung eigentlich erwarten können. Das Budget für die Universitäten in den Jahren 2028 bis 2030 wird exakt 15,893 Milliarden Euro betragen. Das sind inflationsbereinigt um rund zehn Prozent weniger als in der laufenden Periode. Die Empörung in Wissenschaft und Politik über diese Kürzung ist riesig.

Holzleitner verteidigt Budget: "Stabiles Niveau"

Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) hatte am Sonntagabend in der ZiB2 das Budget verteidigt und von einem "stabilen Niveau" des Budgets gesprochen. So sei etwa die Finanzierung der Ärztegehälter sichergestellt. Sie sei nicht hier, um das Budget schönzureden. Wenn Österreich wieder aus dem Defizitverfahren herauskomme und der Staatshaushalt gesund sei, werde auch wieder mehr Geld für die Unis zur Verfügung stehen

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Am Montag nahm die Universitätenkonferenz (uniko) bei einer Pressekonferenz die Pläne auseinander. Präsidentin Brigitte Hütter warf der Regierung vor, die Beträge "schönzurechnen". Tatsächlich handle es sich um eine "reale und massive Kürzung". "Es wird versucht, etwas Schlechtes gut dastehen zu lassen."

Massive negative Konsequenzen

Besonders hart ging Hütter mit der Wissenschaftsministerin ins Gericht: "Hat sie sich nicht eingesetzt oder hat sie sich nicht durchgesetzt?" Viele Unis würden durch diesen Schritt Sanierungsverfahren einleiten müssen. Die massive Folge: Es würden Studiengänge geschlossen, Gebäude nicht genutzt und Professuren abgesagt.

Jede zehnte Stelle muss abgebaut werden

Doch damit nicht genug: Durch das Budget sei man gezwungen, zehn Prozent in Lehre, Forschung und Verwaltung abzubauen. Damit wackeln also rund 6.800 Stellen.

Nachwuchs- und Top-Forscher betroffen

Man werde vor allem bei Nachwuchswissenschaftern streichen müssen,  warnte Uni-Wien-Rektor Sebastian Schütze. Zudem werde man auch Top-Forscher verlieren. Denn gerade Disziplinen wie Experimental- oder Quantenphysik seien teure Gebiete. Sparvorgaben für Universitäten seien zwar in Ordnung. "Es geht aber um Proportionalität und Verhältnismäßigkeit", so Schütze.

Oberösterreichs Landeschef Stelzer alarmiert

Wenig Freude mit den Kürzungsmaßnahmen der Regierung hat auch Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer. Sie seien "kein gutes Signal für den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Österreich". "Wir müssen aufpassen, dass wir nicht ausgerechnet dort auf die Bremse steigen, wo unsere Zukunft entsteht." Er kündigt an, dass Oberösterreich genau darauf achten werde, dass die Finanzierung der Medizinischen Fakultät Linz langfristig gesichert bleibe. Ebenso entscheidend ist für den Landeshauptmann, der nächstes Jahr Landtagswahlen zu schlagen hat, die langfristige Finanzierung der neuen Digitaluniversität IT:U in Linz.

Grüne Maurer spricht von "Bankrotterklärung"

Die Grüne Klubobfrau-Stellvertreterin Sigrid Maurer legte nach ihrer Kritik am Sonntag am Montag noch einmal nach. Holzleitners Auftritt in der ZiB2 bezeichnete sie als "Bankrotterklärung für die Wissenschaftspolitik der Regierung".

Verweis auf SPÖ-Machtkämpfe

"Holzleitner ist nicht nur Wissenschaftsministerin, sondern auch Teil der SPÖ-Spitze. Während ihre Partei mit internen Machtkämpfen beschäftigt war, wurde ein Uni-Budget beschlossen, vor dessen Folgen die Rektor:innen eindringlich warnen. Da drängt sich die Frage auf: Hatte Holzleitner vor lauter SPÖ-Turbulenzen überhaupt noch Zeit, für die Universitäten zu kämpfen? Wenn ich mir das Ergebnis der Budgetverhandlungen anschaue, lautet meine Antwort: Nein", so Maurer weiter.

Studenten gehen wieder auf die Straße

Die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH) trägt den Protest gegen dieses Uni-Budget erneut auf die Straße. Am Donnerstag um 15 Uhr startet bei der TU Wien – konkret beim Hauptgebäude am Karlsplatz – eine Großdemonstration. Unter dem Motto "Alarmstufe Rot – #UnisRetten" will man gegen die Unterfinanzierung der öffentlichen Universitäten protestieren.

pol, Akt. 19.10.2026, 16:49, 19.10.2026, 16:36