"Frauen sind keine kleinen Männer." Genau mit diesem Satz hat Dr. Stacy Sims in einer viel beachteten Folge des bekannten Podcasts der US-Amerikanerin Mel Robbins einen Nerv getroffen. Ihre zentrale Kritik: Viele Fitness- und Ernährungsregeln wurden jahrzehntelang an männlichen Körpern erforscht und anschließend einfach auf Frauen übertragen.
Doch der Hormonhaushalt ist eben dann doch ein ganz anderer. Und daran forscht Dr. Stacy Sims. Die Ernährungswissenschaftlerin und Sportphysiologin ist an der Elite-Uni Stanford im Think Tank "Lifestyle Medicine" und forscht auch an der Auckland University of Technology.
Eine der Aussagen, die besonders hängen bleiben: Frauen sollten nicht nüchtern trainieren. In der Podcast-Folge wird betont, dass Frauen vor dem Training oft besser etwas essen sollten, vor allem morgens oder vor intensiven Einheiten. Auch ein wenig Protein vor dem Sport gilt als sinnvoller Baustein.
Vor dem Training eignen sich statt Proteinshakes vor allem leicht verdauliche eiweißreiche Lebensmittel wie die "Eiweißbombe" Skyr, Joghurt, Topfen, Eier oder Hüttenkäse.
Der Gedanke dahinter: Der weibliche Stoffwechsel reagiert empfindlicher auf Stress, Fasten und hohe Belastungen. Wer zu wenig Energie zuführt und gleichzeitig hart trainiert, kann sich eher erschöpfen als stärken.
Dr. Sims weist darauf hin, dass Frauen oft sensibler auf zu wenig Energie rund ums Training reagieren, vor allem wenn sie nüchtern oder sehr intensiv trainieren. Bekommt der Körper zu wenig Energie und Eiweiß, kann er leichter in einen abbauenden Zustand geraten. Dann leidet nicht nur die Regeneration, sondern auch der Muskelaufbau, die Hormonbalance und langfristig sogar die Knochengesundheit können darunter leiden.
Sims plädiert deshalb klar für mehr Krafttraining und weniger endlose Cardio-Routinen. Muskelkraft sei nicht nur für Figur und Leistung wichtig, sondern auch für ein gesundes Altern. Gerade ab 40 beginnt der Körper nach und nach Muskelmasse zu verlieren.
Besonders spannend ist ihr Fokus auf die Knochen. Sims betont, dass Frauen beim Älterwerden nicht nur an Muskulatur, sondern auch an Knochensubstanz verlieren. Auf ihrer eigenen Plattform verweist sie auf Daten und Übungen, die die Knochendichte gezielt unterstützen sollen. Dazu zählen auch kurze Sprungreize, die die Knochen stimulieren können.
Frauenkörper funktionieren nicht wie Männerkörper. Diese Tatsache hat die Wissenschaft jahrzehntelang ignoriert. Wer Training, Ernährung, Hormone und Regeneration wirklich verstehen will, muss Unterschiede ernst nehmen statt sie zu übergehen. Genau deshalb findet Sims mit ihrem Ansatz derzeit so viel Gehör.