Tierische Trauer

Delfinmama trägt totes Baby tagelang durch den Ozean

Solche Bilder sind wirklich herzzerreißend: Delfinweibchen "Fraggle" hat ihr Baby aus unbekannten Gründen verloren, doch sie kann nicht loslassen.
Heute Tierisch
28.07.2026, 10:30
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Es sind Bilder, die selbst erfahrene Meeresforscher tief berühren. Vor der Küste Westaustraliens wurde eine Delfinmutter dabei beobachtet, wie sie ihr totes Kalb tagelang an der Wasseroberfläche trug – liebevoll gestützt von ihrer gesamten Familie. Für Wissenschaftler ist das ein bewegendes Beispiel dafür, dass Trauer im Tierreich weit mehr sein könnte als bloßer Instinkt.

Die Große Tümmlerin mit dem Namen "Fraggle" verlor ihr neugeborenes Kalb aus bislang unbekannter Ursache. Doch anstatt den leblosen Körper aufzugeben, schob und trug sie ihn immer wieder mit ihrer Schnauze durch den Indischen Ozean. Das emotionale Geschehen wurde von Forschern der Geographie Marine Research dokumentiert.

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Alle begleiten die trauernde Mutter

Besonders bemerkenswert: Fraggle war nicht allein. Ihre gesamte Schule mit insgesamt 14 Delfinen blieb während der außergewöhnlichen Totenwache in ihrer Nähe. Die Tiere schwammen gemeinsam um die Mutter, als wollten sie sie beschützen oder auf ihrem schweren Weg begleiten. Die Forscher sprechen von einer der eindrucksvollsten Beobachtungen, die sie je gemacht haben. Über mehrere Tage hinweg wich die Gruppe nicht von Fraggles Seite, obwohl das tote Kalb längst keine Überlebenschance mehr hatte.

Wenn Tiere um ihre Jungen trauern

Solches Verhalten wurde bereits mehrfach bei Walen und Delfinen dokumentiert. Vor allem Mütter tragen verstorbene Kälber oft stunden- oder sogar tagelang mit sich. Wissenschaftler vermuten, dass die enge Mutter-Kind-Bindung eine entscheidende Rolle spielt.

Hochsoziale Intelligenz

Delfine gelten als äußerst intelligente Tiere. Sie erkennen sich selbst im Spiegel, rufen einander mit individuellen "Signaturpfiffen", helfen verletzten Artgenossen und kümmern sich oft gemeinsam um den Nachwuchs. Dass eine Mutter ihr totes Kalb nicht loslassen kann, passt nach Ansicht vieler Experten zu diesem komplexen Sozialverhalten.

Für die Forscher vor Ort war die Begegnung ein bewegender Moment. Tag für Tag beobachteten sie, wie Fraggle ihr Kalb immer wieder vorsichtig an die Wasseroberfläche hob – als würde sie hoffen, dass es doch noch einmal Luft holt. Dieses traurige Schauspiel zeigt, wie tief die Bindung zwischen Mutter und Kind auch im Tierreich sein kann – und wie schmal die Grenze zwischen menschlicher und tierischer Trauer manchmal erscheint.

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