Trotz Top-Gehalt, Unterkunft

"Die jungen Leute..." – Star-Koch findet kein Personal

Trotz Top-Hotel, fixer Unterkunft und bis zu 2.200 Euro Gehalt findet Star-Koch Andrea Alfieri kaum Personal – und schlägt Alarm.
Newsdesk Heute
25.01.2026, 09:55
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Der Personalmangel im Gastgewerbe hat ein neues, prominentes Gesicht: Star-Koch Andrea Alfieri sucht händeringend Mitarbeiter – und selbst bis zu 2.200 Euro Monatsgehalt reichen offenbar nicht mehr aus, um genug Bewerber anzulocken.

Nach zehn Jahren ist der bekannte Koch im vergangenen Juni wieder nach Madonna di Campiglio zurückgekehrt. Im renommierten Viersterne-Superior-Hotel "Das Majestic" im Herzen des Südtiroler Skiorts übernahm Alfieri die Küche. Doch kaum angekommen, holte ihn ein altbekanntes Problem ein: fehlendes Personal.

"Es ist nicht das erste Mal, dass ich dieses Problem habe. Heute wollen die jungen Leute nur noch das Nötigste tun", klagte er im Interview mit dem Corriere del Trentino.

Dabei hat Alfieri Erfahrung mit genau dieser Situation. Zuvor arbeitete er in Courmayeur und sechs Jahre lang in Mailand – auch dort gestaltete sich die Mitarbeitersuche zunehmend schwierig. Anfang Jänner machte er seinem Frust öffentlich Luft und wandte sich über Instagram direkt an potenzielle Bewerber. Gesucht werden Köche für verschiedene Positionen, mit klar formulierten Anforderungen: Erfahrung, Leidenschaft fürs Kochen, Qualitätsbewusstsein, Teamfähigkeit, Belastbarkeit und Professionalität.

Das Angebot kann sich sehen lassen: ein regulärer Arbeitsvertrag, Bezahlung je nach Erfahrung, ein strukturiertes Arbeitsumfeld, Aufstiegschancen sowie Unterkunft und Verpflegung. Trotzdem bleibt die Resonanz überschaubar.

"Bis zu 2.200 Euro im Monat"

Am Geld allein liegt es offenbar nicht. Laut dem Küchenchef verdient ein Commis zwischen 1.600 und 1.700 Euro im Monat, ein Chef de Partie kommt bei acht Stunden Arbeit täglich und wöchentlicher Ruhezeit auf 1.900 bis 2.200 Euro.

„Die jungen Leute sind heute – anders als meine Generation – nicht mehr bereit, Opfer zu bringen“
Andrea AlfieriSüdtiroler Starkoch auf Personalsuche

Zusätzlich stellt das Hotel Unterkünfte in gut ausgestatteten Wohnhäusern zur Verfügung. "Natürlich sind es keine Suiten, aber wir versuchen, unseren Mitarbeitern die bestmöglichen Bedingungen zu bieten", betont Alfieri.

Seine Erklärung für das Ausbleiben vieler Bewerber ist deutlich – und provokant: "Es handelt sich nicht um einfache Jobs, denn sie erfordern auch an Feiertagen und während der wichtigsten Festtage des Jahres Einsatz. Die jungen Leute sind heute – anders als meine Generation – nicht mehr bereit, Opfer zu bringen. Sie erwarten, dass sie nicht mehr als das Nötigste tun müssen", so Alfieri.

Ganz ohne Hoffnung ist Alfieri dennoch nicht. In den vergangenen Tagen habe es erste Rückmeldungen gegeben, vor allem über LinkedIn.

Doch auch hier zeigt sich ein neues Phänomen: "Einige melden sich nach dem Vorstellungsgespräch nicht mehr. Küchenfachkräfte sind sehr gefragt, sie gehen zu zehn Gesprächen und entscheiden sich dann für denjenigen, der etwas mehr bietet."

Ein Balanceakt, der immer schwieriger wird – selbst für einen Spitzenkoch in einem Luxushotel. Und ein deutliches Zeichen dafür, wie tief die Krise am Arbeitsmarkt im Gastgewerbe inzwischen reicht.

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