Dieser Doping-Arzt steckt hinter dem WM-Skandal

Neben den ÖSV-Langläufern Max Hauke und Dominik Baldauf ging den Doping-Jägern auch ein deutscher Arzt ins Netz. Er soll der Drahtzieher sein.
Am Mittwoch platzte die Doping-Bombe! Bei einer groß angelegten Razzia unter dem Decknamen "Operation Aderlass" wurden in Seefeld und Erfurt (D) neun Personen festgenommen, darunter die ÖSV-Langläufer Max Hauke und Dominik Baldauf. Beide stehen unter dem dringenden Verdacht, Eigenblut-Doping betrieben zu haben. Der Versuch, sich herauszureden, erscheint sinnlos: Einer der Sportler wurde in seinem Quartier, dem Hotel "Villa Edeltraut zum See", mit der Blutkonserve am Arm erwischt.

Nicht nur in Seefeld, auch im 465 Kilometer entfernten Erfurt klickten die Handschellen. Und zwar bei Dr. Mark S. Der 40-jährige Deutsche steht unter dem Verdacht, Kopf eines komplexen Doping-Netzwerks zu sein. In Jeans, dunkler Jacke und Sonnenbrille wurde der Mann von den Beamten abgeführt.

Der ehemalige Mannschaftsarzt des Radteams Gerolsteiner, dem der 2009 ebenfalls des Dopings überführte Österreicher Bernhard Kohl angehörte, soll in Erfurt heimlich ein professionelles Labor betrieben haben. In einer angemieteten Garage sollen bei Hausdurchsuchungen Blutzentrifugen und Unmengen an Blutbeutel gefunden worden sein. Mit seinen Kunden kommunizierte der Arzt über internationale Telefonnummern, um nicht aufzufliegen.

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Gemeinsam mit seiner Mutter betrieb S. in Erfurt auch eine Praxis für Allgemeinmedizin. "Wir betreuen hier etwa 50 bis 60 Sportler regelmäßig: vor allem Schwimmer, Radsportler, Fußballer, Handballer und Leichtathleten", zitierte ihn vor wenigen Jahren ein Ärzteblatt.

Doktor S. handelte freilich nicht allein, er hatte Komplizen, unter anderen seinen Vater. Für die nordische WM wurden in Seefeld extra zwei Zimmer angemietet. Eines zum Wohnen, eines zum Praktizieren. Die Athleten (neben Hauke und Baldauf wurden ein Kasache und zwei Esten geschnappt) sollen sich dort "behandeln" lassen haben.

Der mutmaßliche "Doping-Doc" ist in der Szene kein Unbekannter. Wie erwähnt, hat er eine fragwürdige Vergangenheit im Radsport. Er bestritt stets, in der "Causa Kohl" involviert gewesen zu sein.

Mit der Verhaftung von S. vermuten die Ermittler, ein internationales Doping-Netzwerk gesprengt zu haben.

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