Bizarres Interview vor Skandal

28. Februar 2019 10:39; Akt: 28.02.2019 10:47 Print

Doping-Sünder Hauke: "Mache das alles sauber"

Die beiden ÖSV-Langläufer Dominik Baldauf und Max Hauke wurden in Seefeld des Dopings überführt. Noch vor Kurzem behauptete Letzterer, er sei sauber.

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Österreichs Wintersport kommt nicht zur Ruhe. Im Rahmen der nordischen Ski-WM in Seefeld kam es zu einem Doping-Skandal. Nicht der erste in der jüngeren ÖSV-Geschichte. Ein Überblick in Bildern. Bei den Olympischen Winterspielen in Salt Lake City werden in einem ÖSV-Langlauf-Quartier Geräte für Bluttransfusionen gefunden. Sportdirektor Walter Mayer wird bis 2010 von Olympia ausgeschlossen. führen, im Zuge der Olympischen Winterspiele in Turin, italienische Carabinieri in den Quartieren der Biathleten und Langläufer Doping-Razzien durch. Pikant: Der eigentlich gesperrte Walter Mayer ist vor Ort. Wolfgang Rottmann (l.), Wolfgang Perner, Martin Tauber, Jürgen Pinter und Johannes Eder werden in der Folge lebenslänglich für Olympia gesperrt. wird Langlauf-Olympiasieger Christian Hoffmann wegen Anwendung einer verbotenen Methode für zwei Jahre gesperrt. Er beendet daraufhin seine Karriere. Später wurde ihm die Beteiligung am Besitz und Betrieb einer Blutzentrifuge vorgeworfen. wird bei Langläufer Johannes Dürr, bei einer Trainingskontrolle in Österreich vor dem olympischen 50-km-Rennen, EPO nachgewiesen. Er ist geständig und wird nicht nur aus dem ÖOC-Team, sondern auch aus dem ÖSV ausgeschlossen. ÖSV-Langläufer Harald Wurm wird für vier Jahre gesperrt. Der Tiroler habe gegen diverse Anti-Doping-Bestimmungen verstoßen, so habe er unter anderem auch die von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) verbotene Substanz Kobalt besessen und verwendet. Weiters habe er "intravenöse Infusionen und/oder Injektionen von mehr als 50 ml innerhalb eines Zeitraums von sechs Stunden" angewandt. Bei einer Doping-Razzia während der Nordischen Ski-WM in Seefeld gab es insgesamt neun Festnahmen. Unter den des Dopings verdächtigten Sportlern sind auch die ÖSV-Langläufer Dominik Baldauf und Max Hauke. Die Ermittlungen laufen.

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Am Sonntag belegte Max Hauke mit Langlauf-Kollege Dominik Baldauf bei der WM in Seefeld Rang sechs im Teamsprint. Am Mittwoch wurde er bei einer Doping-Razzia "in flagranti" geschnappt.

Noch vor wenigen Wochen wollte er mit der Thematik nichts zu tun haben. "Ich beschäftige mich mit dem Thema gar nicht. Den schönen Sport lasse ich mir durch die Dopingproblematik nicht kaputtmachen. Ich mach' das sauber, deshalb ist das Thema für mich gegessen, das ist meine Linie. Es nervt wirklich, dass immer wieder das Thema aufgekocht wird", erzählte er vor der WM dem "Kurier".

Und auch vor den Olympischen Winterspielen 2014 in Pyeongchang mimte Hauke das Unschuldslamm. "Jetzt geht es darum, den nächsten Schritt zu machen. Jetzt war ich zwischen 20 und 30, nun muss ich schauen, mich langsam weiter nach vorne zu arbeiten", sagte der Athlet vor zwölf Monaten im APA-Interview.

"Damoklesschwert schwebt über Langlauf"

Hauke war damals Trainingspartner von Johannes Dürr – und erlebte dessen Dopingskandal hautnah mit. "Im Laufe der Zeit konnte ich das so verarbeiten, dass ich gesagt habe, es ist passiert, aber das war nicht ich. Klar, das Damoklesschwert schwebt immer über dem Langlauf. Aber im Endeffekt gilt für mich, ich mache Langlauf, weil es das Schönste auf der Welt ist."

Das Thema Doping, so erklärte Hauke vor einem Jahr, wolle er aus Selbstschutz gar nicht so nahe an sich heranlassen. "Weil sonst ist man im Endeffekt irgendwie immer bedrückt. Das dauernde Hinterfragen, sind das natürliche Leistungen oder wird da nachgeholfen, das zermürbt auf Dauer. Ich habe für mich die Entscheidung, ich bin sauber, ich mache das sauber und ich möchte meine Leistungen einfach bringen, aber mich nicht zuviel mit dem Thema auseinandersetzen", betonte der heute 26-Jährige damals.

Seit Mittwoch steht fest: Entweder hat Hauke seine Meinung zum Thema Doping in den letzten Wochen drastisch geändert – oder er erzählte damals der Öffentlichkeit ein Märchen. Eines ohne "happy end".

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sciencer am 28.02.2019 16:46 Report Diesen Beitrag melden

    Konsequent

    Die sollen dopen wie sie wollen, ABER nicht mit meinem Geld, das über den OSV (gefördert durch Steuern - nona, wodurch sonst) verteilt wird. Lebenslanger Ausschluss aus allen Krankenkassen - außer Privatversicherung. Ich sehe nicht ein, warum ich diese Wracks mit meinen Beiträgen absichern soll. Schröcksnadel hat Recht: Raus aus dem Verband, privatisieren oder sonst was. Genau wie den Radsport und alle anderen "Ausdauersportarten".

  • Nimmer Lang am 28.02.2019 12:16 Report Diesen Beitrag melden

    Falschheit wo man hinschaut

    Ich mach' dass sauber, deshalb ist das Thema für mich gegessen, das ist meine Linie sagt der Eine. Kommt mir vor wie so manche Oppositionspolitiker, die reden sich auch alles zurecht wie sie es brauchen selbst wenn es Österreich schadet. Und diese Causa schadet auch Österreich.

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  • schrumpfkopf am 28.02.2019 21:16 Report Diesen Beitrag melden

    sollen sie doch

    sollen sie doch das doping freigeben, sollen die Sportler doch fressen was sie wollen. Die Folge: es wir sich kein mensch oder kein Sponsor für diesen Sport mehr interessieren und der Sport stirbt ab, weil es zur Lächerlichkeit verkommt wird.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • schrumpfkopf am 28.02.2019 21:16 Report Diesen Beitrag melden

    sollen sie doch

    sollen sie doch das doping freigeben, sollen die Sportler doch fressen was sie wollen. Die Folge: es wir sich kein mensch oder kein Sponsor für diesen Sport mehr interessieren und der Sport stirbt ab, weil es zur Lächerlichkeit verkommt wird.

  • Sciencer am 28.02.2019 16:46 Report Diesen Beitrag melden

    Konsequent

    Die sollen dopen wie sie wollen, ABER nicht mit meinem Geld, das über den OSV (gefördert durch Steuern - nona, wodurch sonst) verteilt wird. Lebenslanger Ausschluss aus allen Krankenkassen - außer Privatversicherung. Ich sehe nicht ein, warum ich diese Wracks mit meinen Beiträgen absichern soll. Schröcksnadel hat Recht: Raus aus dem Verband, privatisieren oder sonst was. Genau wie den Radsport und alle anderen "Ausdauersportarten".

  • Nimmer Lang am 28.02.2019 12:16 Report Diesen Beitrag melden

    Falschheit wo man hinschaut

    Ich mach' dass sauber, deshalb ist das Thema für mich gegessen, das ist meine Linie sagt der Eine. Kommt mir vor wie so manche Oppositionspolitiker, die reden sich auch alles zurecht wie sie es brauchen selbst wenn es Österreich schadet. Und diese Causa schadet auch Österreich.

    • Epi am 28.02.2019 15:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Nimmer Lang

      Der vorletzte Satz gefällt mir und ist auch auf die jetztige Regierung dehnbar!

    • Laura am 28.02.2019 22:47 Report Diesen Beitrag melden

      @Nimmer Lang: Falsch ist es, z.B.

      zu behaupten, "niemandem wird etwas weggenommen" und dann den Karfreitag als Feiertag zu streichen.

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  • Josef am 28.02.2019 11:41 Report Diesen Beitrag melden

    realo

    Die Deutschen Biathleten entwickeln beim Zielsprint meist unwarscheinliche Kräfte,das ist mir schon mehrmals aufgefallen, die lassen die Konkurrenten regelrecht stehen. Ich will niemanden verdächtigen aber.....

    • Rosi K. am 28.02.2019 20:07 Report Diesen Beitrag melden

      "Aber..."?

      Also lenken Sie doch den Verdacht ab auf andere. Ich könnte ja auch sagen: Marcel Hirscher ist seit Jahren DER Dominator im Slalom und gewinnt selbst halbkrank noch Gold. Ich möchte ja niemanden verdächtigen, aber...

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