Du rasierst dir die Beine – und trotzdem bleiben kleine dunkle Punkte zurück? Was viele als "Erdbeerbeine" kennen, ist weit verbreitet und völlig harmlos. Doch wer sich glatte, ebenmäßige Haut wünscht, kann einiges dagegen tun. Dr. med. Patricia Blecher-Theurer, Dermatologin in Wien, hat gegenüber "Heute" fünf wirksame Maßnahmen verraten.
Unter "Erdbeerbeinen" versteht man kleine dunkle Punkte an den Beinen, die an die Oberfläche einer Erdbeere erinnern. Dahinter stecken meist sichtbare Haarfollikel oder verstopfte Poren. Nach der Rasur können Haarstoppeln, Talg, abgestorbene Hautzellen oder oxidierter Talg in den Follikelöffnungen zurückbleiben und dunkel erscheinen.
„Ein sehr häufiges und harmloses Hautbild.“
"Viele glauben, sie würden beim Rasieren etwas falsch machen. Tatsächlich entstehen Erdbeerbeine meist durch sichtbare Haarfollikel oder verstopfte Poren – das ist ein sehr häufiges und harmloses Hautbild", erklärt Dr. med. Patricia Blecher-Theurer. Auch trockene Haut oder eine Verhornungsstörung, die sogenannte Keratosis pilaris, könnten die typischen dunklen Punkte begünstigen.
1. Sanft peelen statt schrubben
Ein bis zwei chemische Peelings pro Woche mit Salicylsäure (BHA), Milchsäure oder Glykolsäure (AHA) helfen, abgestorbene Hautzellen zu lösen und verstopfte Poren zu befreien.
"Ich empfehle chemische Peelings, weil sie die Haut schonend erneuern", sagt die Dermatologin. Von groben mechanischen Peelings rät sie hingegen ab, da sie die Haut zusätzlich reizen und das Hautbild sogar verschlechtern können.
2. Feuchtigkeit ist das A und O
Gut gepflegte Haut bleibt geschmeidig und neigt weniger zu Verhornungen. Besonders empfehlenswert sind Lotionen mit Urea oder Milchsäure, die Feuchtigkeit spenden und die Hautbarriere stärken.
"Feuchtigkeitspflege wird oft unterschätzt. Dabei ist sie ein entscheidender Schritt, damit die Haut geschmeidig bleibt und sich Verhornungen gar nicht erst so stark bilden", erklärt Dr. Blecher-Theurer.
3. Richtig rasieren
Auch die richtige Rasur kann Erdbeerbeinen vorbeugen. Die Expertin rät dazu, die Haut vorab mit warmem Wasser einzuweichen, Rasiergel zu verwenden und stets mit einer scharfen, sauberen Klinge in Haarwuchsrichtung zu rasieren.
„Eine stumpfe Klinge oder Rasieren gegen die Haarwuchsrichtung erhöhen das Risiko für Hautreizungen und eingewachsene Haare.“
"Eine stumpfe Klinge oder Rasieren gegen die Haarwuchsrichtung erhöhen das Risiko für Hautreizungen und eingewachsene Haare. Mit der richtigen Technik lässt sich das deutlich reduzieren", so die Dermatologin.
Reicht die Pflege nicht aus, können dermatologische Verfahren helfen. "Radiofrequenz-Microneedling kann die Hautstruktur sichtbar verbessern und die Hautregeneration anregen", sagt Dr. Blecher-Theurer. Besonders bei ausgeprägten Verhornungen oder hartnäckigen Unebenheiten seien die Ergebnisse oft überzeugend.
Wer langfristig Ruhe haben möchte, kann über eine Laser- oder IPL-Haarentfernung nachdenken. "Für viele Patientinnen und Patienten ist die dauerhafte Haarentfernung die effektivste Möglichkeit, Erdbeerbeine langfristig zu verbessern. Weniger Haare bedeuten auch weniger verstopfte Follikel", sagt die Expertin.
Zum Schluss räumt die Dermatologin mit einem weitverbreiteten Irrtum auf: "Erdbeerbeine sind kein Zeichen mangelnder Hygiene, sondern eine harmlose Hautveränderung." Treten allerdings Schmerzen, starke Rötungen, eitrige Pusteln oder wiederkehrende Entzündungen auf, sollte die Ursache dermatologisch abgeklärt werden.