Eurofighter-Jets im Einsatz

Erstmals Schäden in Nato-Land nach Russland-Angriff

Nach einem russischen Angriff auf die Ukraine sind Drohnentrümmer in Rumänien niedergegangen. Als Reaktion ließ die Nato Eurofighter aufsteigen.
Newsdesk Heute
25.04.2026, 18:28
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In der Ukraine hat in der Nacht auf Samstag erneut landesweit Luftalarm geheult: Russland überzog zahlreiche Städte mit einer massiven Angriffswelle aus der Luft.

Nach Angaben der ukrainischen Luftabwehr kamen dabei nicht nur Drohnen und ballistische Raketen zum Einsatz, sondern auch Marschflugkörper. Die Bevölkerung wurde in nahezu allen Regionen aufgefordert, Schutzräume aufzusuchen.

Mehrere Verletzte

Besonders heftig traf es mehrere Großstädte. Aus Charkiw und Dnipro wurden schwere Explosionen gemeldet, auch Kiew und weitere Orte gerieten ins Visier. Allein in Dnipro wurden mindestens 18 Zivilisten verletzt, wie der regionale Militärverwalter Olexander Ganscha auf Telegram mitteilte.

Die ukrainische Luftwaffe berichtete, dass russische Bomber vom Typ Tupolew Tu-95 kurz nach Mitternacht Ortszeit aus großer Entfernung über dem Kaspischen Meer Marschflugkörper abgefeuert hätten. Parallel dazu seien Drohnen und ballistische Raketen gestartet worden, um die Flugabwehr gezielt zu überlasten. Insgesamt registrierte die Ukraine laut eigener Bilanz am Samstag in der Früh 619 feindliche Drohnen sowie 47 Raketen und Marschflugkörper verschiedener Typen. 580 Drohnen konnten demnach abgefangen werden.

Auch die meisten Marschflugkörper vom Typ Ch-101 sowie Kalibr-Raketen seien neutralisiert worden. Gegen Boden-Boden-Raketen vom Typ Iskander-M verfüge man hingegen über kein wirksames Abwehrmittel. Mehrere Regionen seien getroffen worden, wobei Dnipro im Südosten besonders stark im Fokus gestanden habe.

Auch Russland meldete Angriffe: Das Verteidigungsministerium in Moskau erklärte, in der Nacht seien 127 ukrainische Drohnen abgefangen worden. Betroffen gewesen seien unter anderem die Wolga-Region sowie Städte weit im Osten wie Perm und Jekaterinburg im Ural. In Jekaterinburg wurden laut Gebietsgouverneur Denis Pasler sechs Menschen verletzt, wie die staatliche Nachrichtenagentur Tass berichtete. Details zu möglichen militärischen oder industriellen Zielen wurden nicht genannt.

Trümmerteile landen in Rumänien

Die Auswirkungen des Angriffs reichten sogar bis in ein Nato-Land. In Rumänien gingen nach einem russischen Angriff auf die Ukraine Trümmerteile einer Drohne in der Stadt Galati nieder. Dabei wurden ein Nebengebäude und ein Strommast beschädigt, wie das Verteidigungsministerium in Bukarest mitteilte. Verletzte oder Tote gab es nicht.

Das Ministerium verurteilte den Vorfall scharf: "Solche Vorfälle belegen den mangelnden Respekt der Russischen Föderation vor dem Völkerrecht und gefährden nicht nur die Sicherheit der rumänischen Bürger, sondern auch die kollektive Sicherheit der Nato."

Eurofighter-Jets im Einsatz

Rumänien grenzt auf rund 650 Kilometern an die Ukraine. Wie üblich bei solchen Angriffen stiegen zwei britische Eurofighter-Kampfjets auf, die im Rahmen einer Luftraumüberwachungsmission im Land stationiert sind. Auch Bewohner des nahegelegenen Kreises Tulcea wurden aufgefordert, Schutz zu suchen.

Spannungen an Nato-Ostflanke

In der Vergangenheit waren bereits mehrfach russische Drohnen in den rumänischen Luftraum eingedrungen, etwa bei Angriffen auf ukrainische Häfen an der Donau. Trümmerteile landeten wiederholt auf rumänischem Gebiet, bislang ohne größere Schäden. Die Vorfälle haben jedoch die Spannungen an der Nato-Ostflanke zuletzt verschärft.

Zwar erlaubt das rumänische Gesetz grundsätzlich den Abschuss von Drohnen auch in Friedenszeiten, wenn Gefahr für Menschen oder Eigentum besteht – bislang machte das Militär davon jedoch keinen Gebrauch. Künftig will sich das Land besser wappnen: Verteidigungsminister Radu Miruta kündigte am Freitag an, in den kommenden Tagen ein KI-gestütztes US-System zur Drohnenabwehr in die Luftverteidigung zu integrieren. Dieses ist bereits in Polen im Einsatz.

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