Brüssel macht Druck

EU-Plan regt auf: Lastenrad-Plätze werden zur Pflicht

Zwei Radplätze pro Wohnung, neue Ladesäulen: Ein Brüsseler Vorschlag sorgt beim Wohnbau für heftige Kostendebatten.
Newsdesk Heute
10.08.2026, 20:43
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Brüssel erhöht beim Gebäudesektor den Druck. Wegen der neuen EU-Gebäuderichtlinie werden alle 27 Mitgliedsstaaten an die Umsetzung erinnert. Laut "Krone" hat bisher kein Land die Vorgaben vollständig umgesetzt. Auch Österreich muss die Regeln nun in nationales Recht übertragen.

Ziel der Richtlinie ist ein energieeffizienterer Gebäudebestand. Bis 2050 soll der Sektor klimaneutral werden. Das betrifft Sanierungen, Solaranlagen, Ladeinfrastruktur und strengere Regeln für Neubauten. Für Eigentümer, Mieter, Gemeinden und Unternehmen stellt sich damit aber eine zentrale Frage: Wer trägt die Kosten?

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Bei Gebäuden, die nicht zu Wohnzwecken genutzt werden, sollen bis 2030 die energetisch schlechtesten 16 Prozent verbessert werden. Bis 2033 sollen es 26 Prozent sein. Gerade ältere, schlecht gedämmte Häuser bieten zwar großes Einsparpotenzial. Thermische Sanierungen, neue Heizsysteme oder zusätzliche Technik können aber rasch sehr teuer werden.

Kritik kommt unter anderem von FPÖ-Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner aus Oberösterreich und Salzburgs Landesrat Martin Zauner. Sie warnen vor massiven Belastungen. Besonders heikel ist die Frage, ob Sanierungskosten am Ende über höhere Mieten weitergegeben werden könnten.

Dazu kommen praktische Probleme. Schon jetzt fehlen vielerorts Fachkräfte, Handwerker und Material. Werden viele Gebäude gleichzeitig saniert, könnten Engpässe entstehen. Auch neue Nachweise, Pflichten und technische Vorgaben sorgen für zusätzlichen Aufwand bei Privaten, Betrieben und Gemeinden.

Für Aufregung sorgt nun auch ein Brüsseler Gesetzesvorschlag zum Wohnbau. Demnach sollen künftig zwei Fahrradstellplätze pro Wohnung vorgesehen werden – ausdrücklich auch für größere Fahrradmodelle. Damit rücken Lastenräder direkt in die Bauplanung.

Nachrüstpflicht für E-Säulen

Auch bei E-Autos drohen neue Vorgaben. Für neue Bürogebäude soll laut Vorschlag für jeden zweiten Pkw-Stellplatz eine Lademöglichkeit vorgesehen werden. Ab 2027 könnte zudem eine Nachrüstpflicht für bestehende Gebäude mit mehr als 20 Stellplätzen greifen.

ÖVP-EU-Mandatar Alex Bernhuber sieht darin eine teure Pflicht mit fraglichem Nutzen. Er warnt vor Kosten für Supermärkte, Gewerbebetriebe oder große Parkplatzflächen, etwa bei Skiliften. Besonders kritisch sieht er Investitionen in Infrastruktur, die am Ende womöglich kaum genutzt wird.

"Wer zahlt das? Am Ende immer die Betriebe und die Konsumenten", kritisiert Bernhuber.

Die EU will mit den Regeln den Gebäudesektor klimafit machen. In Österreich wird nun aber entscheidend sein, wie die Vorgaben umgesetzt werden – und ob Klimaschutz, Leistbarkeit und praktische Machbarkeit zusammengehen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 10.08.2026, 20:43
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