Tierische Rettungsaktion

Flucht vor Wilderern! 20 Nashörner wurden evakuiert

Eine spektakuläre Evakuierung soll 20 bedrohten Spitzmaulnashörnern das Leben retten. Die Dickhäuter sind 1.100 Kilometer entfernt, sicherer.
28.10.2026, 12:18
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Sie werden wegen ihrer Hörner gejagt, grausam verstümmelt und getötet: Für Afrikas Nashörner ist die Wilderei nach wie vor eine tödliche Bedrohung. Um wenigstens 20 der stark gefährdeten Spitzmaulnashörner eine sichere Zukunft zu ermöglichen, hat die Umweltschutzorganisation WWF eine außergewöhnliche Umsiedlungsaktion durchgeführt. Die Tiere wurden aus dem südafrikanischen Hluhluwe-Imfolozi-Park in ein privates Wildreservat am Rande des Central Kalahari Game Reserve in Botswana gebracht. Dort sollen sie nicht nur besser geschützt werden, sondern auch eine neue Population aufbauen.

1.100 Kilometer für eine zweite Chance

"Die Umsiedlung der Spitzmaulnashörner ist eine Art Not-Evakuierung. Es ist tragisch, dass wir solche Methoden einsetzen müssen, um unsere letzten Wildtiere vor der grausamen Wilderei zu schützen – aber ein notwendiges Mittel zum Arterhalt", erklärt WWF-Artenschutzexperte Georg Scattolin.

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Denn obwohl die Zahl der gewilderten Nashörner in Südafrika zuletzt insgesamt zurückgegangen ist, bleibt die Situation dramatisch. Besonders erschreckend ist die Entwicklung im berühmten Krüger-Nationalpark: Dort hat sich die Zahl der getöteten Nashörner innerhalb eines Jahres von 88 auf 174 nahezu verdoppelt.

Für ihr Horn werden die Tiere grausam verstümmelt.
WWF / Tessel in 't Veld

Nicht einmal ohne Horn sind sie sicher

Hinter dem grausamen Geschäft steckt die anhaltende Nachfrage nach Nashorn-Horn auf dem internationalen Schwarzmarkt. Dabei besteht das begehrte Horn hauptsächlich aus Keratin – demselben Material wie menschliche Fingernägel. Eine medizinische Wunderwirkung ist wissenschaftlich nicht belegt.

„Die Wilderer scheinen ihre Strategie zu ändern und auch enthornte Tiere zu jagen, um die verbleibenden Stummel zu erbeuten.“
Georg Scattolin Artenschutzbeauftragter, WWF

Um die Tiere für Wilderer weniger attraktiv zu machen, werden Nashörner in manchen Schutzgebieten sogar vorsorglich enthornt. Doch selbst diese drastische Maßnahme bietet keinen vollständigen Schutz.

Wettlauf gegen das Aussterben

Der illegale Handel mit Wildtieren ist eng mit internationaler organisierter Kriminalität verbunden. Der WWF unterstützt deshalb unter anderem die Ausbildung von Wildhütern, moderne Überwachungstechnologien und Maßnahmen gegen kriminelle Handelsnetzwerke.

Die aktuelle Umsiedlung erfolgte im Rahmen des südafrikanischen "Black Rhino Range Expansion Project", das neue, langfristig geschützte Lebensräume für Spitzmaulnashörner schaffen soll.

Für die 20 geretteten Tiere beginnt damit ein neues Kapitel. Doch dass Nashörner inzwischen über Ländergrenzen hinweg in Sicherheit gebracht werden müssen, zeigt vor allem eines: Solange ihre Hörner mehr wert sind als ihr Leben, bleibt ihr Überleben ein Wettlauf gegen die Zeit.

red, 28.10.2026, 12:18
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