Das sollten Eltern wissen

"Für Kinder schädlich": Ärzte warnen vor Duftkerzen

Sie duften nach Vanille und Zimt, können aber lebensgefährlich werden: Warum Duftöle und Lampenöl für Kleinkinder so gefährlich sind.
02.11.2026, 14:39
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Der Duft von Vanille, Zimt oder Tannennadeln gehört für viele zum gemütlichen Herbst und zur Vorweihnachtszeit einfach dazu. Duftkerzen, Aromaöle und dekorative Öllampen sorgen in zahlreichen Haushalten für Wohlfühlstimmung. Doch was für Erwachsene nach Entspannung riecht, kann für Kleinkinder zur ernsten Gefahr werden. Besonders Lampenöl und ätherische Öle bergen ein erhebliches Vergiftungsrisiko – mitunter sogar mit lebensbedrohlichen Folgen.

Süßer Duft, unterschätzte Gefahr

Wenn Eltern an Giftquellen im Haushalt denken, kommen ihnen meist Putzmittel, Medikamente oder Reinigungschemikalien in den Sinn. Duftkerzen und Lampenöle haben hingegen ein harmloses Image. Ihre bunten Verpackungen und angenehmen Gerüche lassen kaum vermuten, welches Risiko tatsächlich dahintersteckt.

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Besonders gefährlich ist Lampenöl. Schon kleinste verschluckte Mengen können schwere gesundheitliche Folgen haben. Gelangt das Öl beim Verschlucken in die Atemwege, drohen schwere Lungenschäden. Im schlimmsten Fall kann eine solche Vergiftung lebensbedrohlich werden.

Auch Duftöle sind nicht ungefährlich. Bestimmte Inhaltsstoffe wie Kampfer, Eukalyptusöl oder Menthol können Schleimhäute reizen und gefährliche Atemreaktionen auslösen. Gelangen entsprechende Substanzen in Nase oder Rachen, sind sogar Kehlkopfkrämpfe und Atemnot möglich.

Kinderärzte schlagen Alarm

Der deutsche Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte warnt ausdrücklich vor Duftkerzen, Duftstäbchen und Duftlampen in Haushalten mit kleinen Kindern. Selbst natürliche ätherische Öle sind keineswegs automatisch harmlos.

"Auch wenn viele der Duftkerzen, -stäbchen und -lampen natürliche ätherische Öle enthalten, sind sie für Kinder schädlich. Durch die Verbrennung werden unter anderem Feinstaub, Ruß und zum Teil sogar Formaldehyd frei und verteilen sich in der Luft", warnt Dr. Josef Kahl, Sprecher der Kinder- und Jugendärzte. Sie können die Haut und Schleimhäute reizen und auch Allergien auslösen.

Dazu kommt die Gefahr durch flüssige Duftöle und Duftgele, die kleine Kinder versehentlich verschlucken können. Brennende Kerzen stellen außerdem ein zusätzliches Risiko durch Verbrennungen dar.

Die Empfehlung der Kinderärzte ist daher eindeutig: "Wo sich Kinder aufhalten, sollte man also auf die Aromatisierung von Räumen verzichten. Duftkerzen, -stäbchen und -lampen sowie die dazugehörigen Öle und Gels müssen unbedingt außerdem außerhalb der Reichweite von Säuglingen und Kleinkindern aufbewahrt werden."

Mit diesen fünf Regeln schützen Eltern ihre Kinder:

  • Duftöle und Lampenöl sicher verwahren: Produkte immer fest verschließen und so aufbewahren, dass Kinder sie keinesfalls erreichen können.
  • Nachfüllflaschen nie offen stehen lassen: Auch während des Befüllens einer Öllampe dürfen Flüssigkeiten nicht unbeaufsichtigt bleiben.
  • Niemals in Getränkeflaschen umfüllen: Das Risiko einer gefährlichen Verwechslung ist besonders groß.
  • Kerzen nicht unbeaufsichtigt brennen lassen: Nach dem Löschen müssen sie ebenfalls außer Reichweite stehen, bis das Wachs vollständig ausgehärtet ist.
  • Im Zweifel sofort Hilfe holen: Bei Verdacht auf eine Vergiftung umgehend medizinischen Rat einholen und die Vergiftungsinformationszentrale kontaktieren.

Diese Warnsignale sollten Eltern kennen

Tückisch ist, dass Vergiftungen bei Kindern nicht immer sofort eindeutige Symptome verursachen. Eltern sollten deshalb auch bei zunächst unauffälligem Verhalten aufmerksam bleiben.

Mögliche Warnzeichen sind Rötungen im Mund- und Rachenbereich, Brennen der Schleimhäute, Husten, Übelkeit, Erbrechen und Bauchbeschwerden. Auch plötzliches Schreien oder auffälliges Weinen können Hinweise sein.

Wichtig: Bei Verdacht auf eine Vergiftung nicht auf erste Symptome warten. Kein Erbrechen auslösen und bei verschlucktem Lampenöl keinesfalls eigenständig Hausmittel verabreichen. Sofort die Vergiftungsinformationszentrale unter 01 406 43 43 kontaktieren. Bei Atemnot oder anderen schweren Beschwerden gilt: Notruf 144.

red, 02.11.2026, 14:39