Ein ganz normaler Tag, plötzlich ist nichts mehr wie zuvor: Das Sprechen fällt schwer, ein Arm lässt sich nicht mehr richtig bewegen, selbst einfache Handgriffe werden zur Herausforderung. Ein Schlaganfall kann das Leben innerhalb weniger Augenblicke völlig verändern – und trifft zunehmend auch Menschen, die noch mitten im Leben stehen.
In Österreich erleidet laut Fachleuten alle 20 Minuten ein Mensch einen Schlaganfall. Zwar sind Menschen über 75 Jahren weiterhin am stärksten gefährdet, doch auch immer mehr jüngere Patienten benötigen medizinische Hilfe.
Als wesentliche Risikofaktoren gelten Rauchen, Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung. Entscheidend sei häufig "also grundsätzlich ein ungesunder Lebensstil", erklärt Christoph Höfer, Leiter der Stroke Unit und der Schlaganfall-Nachsorgeambulanz bei den Barmherzigen Brüdern Linz, gegenüber "ORF.at".
Allein in Linz werden jährlich rund 1.600 Schlaganfallpatienten im Kepler Universitätsklinikum und bei den Barmherzigen Brüdern behandelt. Doch mit der Entlassung aus dem Spital ist der Leidensweg für viele längst nicht vorbei. Sprachstörungen, eingeschränkte Beweglichkeit und Konzentrationsprobleme können Betroffene noch lange begleiten. Selbst alltägliche Aufgaben werden dann zur Belastungsprobe.
Besonders problematisch ist laut Höfer die Betreuung nach dem Spitalsaufenthalt: Während Oberösterreich bei Rehabilitationsplätzen gut aufgestellt sei, fehle es an ausreichenden Angeboten für die unmittelbare Nachsorge. Bei den Barmherzigen Brüdern werden jährlich rund 800 Schlaganfallpatienten aufgenommen, doch nicht einmal jeder Zehnte erhält dort einen Platz in der Nachsorge, die helfen soll, einen weiteren Schlaganfall zu verhindern.
Vor allem in den ersten Wochen nach der Entlassung brauche es deshalb mehr Unterstützung und gezielte Therapien. Denn für viele Betroffene beginnt der schwierige Weg zurück in den Alltag erst nach dem Krankenhaus.