Nach der jüngsten Hitzewelle investiert Frankreich massiv in den Schutz von Schülern und Kindern vor hohen Temperaturen. Tausende Schulen und Kindertagesstätten sollen in den kommenden Monaten mit neuen Kühlsystemen ausgestattet werden.
Für das Programm sind laut Energiekonzern EDF insgesamt 130 Millionen Euro vorgesehen. Bis Ende September sollen 10.000 Einrichtungen unter anderem Ventilatoren, Wasserzerstäuber sowie weitere "Erfrischungssysteme" erhalten.
Die französische Regierung will zunächst 2.500 Schulen ausstatten, die besonders stark unter der Hitze leiden. Geplant sind zunächst Sofortmaßnahmen wie Markisen, Schattendächer und eine bessere Belüftung der Gebäude.
Wie groß die Auswirkungen der Hitzewelle zuletzt waren, zeigte sich am Donnerstag: Am heißesten Tag der Woche blieben rund 3.500 Schulen geschlossen, weitere etwa 10.000 passten ihre Unterrichtszeiten an.
Ab Freitag beginnen für mehr als 850.000 Schüler an weiterführenden Schulen die Abschlussprüfungen der Mittelstufe. Damit diese künftig nicht mehr in die größte Hitze fallen, sollen Abschlussprüfungen ab dem nächsten Schuljahr nur noch am Vormittag stattfinden.
Viele französische Schulgebäude gelten als schlecht auf hohe Temperaturen vorbereitet. Zahlreiche ältere Gebäude wurden so geplant, dass die Klassenzimmer nach Süden ausgerichtet sind, um im Winter möglichst viel Sonne einzufangen. Vor allem in Paris sind Klassenräume zudem oft überfüllt und verfügen über keinen ausreichenden Sonnenschutz.
Wissenschaftler gehen davon aus, dass Hitzewellen infolge des menschengemachten Klimawandels künftig häufiger auftreten werden – und zwar nicht nur im Hochsommer. Bereits im Mai war es in Mittel- und Westeuropa zu einer ungewöhnlich frühen Hitzewelle gekommen.