2020 als Pilotprojekt gestartet, 2026 schon wichtiger Bestandteil: "Acute Community Nurses" (ACN) haben eine wichtige Rolle in Niederösterreichs Gesundheitssystem eingenommen. Eine Evaluierung von "prospect" legt das ebenfalls nahe.
Martin Antauer (FPÖ), Landesrat und Vorsitzender des Ständigen Ausschusses beim NÖ Gesundheits- und Sozialfonds (NÖGUS), erklärt: "Die Ergebnisse der Evaluierung zeigen sehr deutlich, dass die ACN ein wichtiger Bestandteil einer modernen und zukunftsorientierten Gesundheitsversorgung geworden ist."
Wegen der steigenden Einsatzzahlen, der alternden Bevölkerung sowie der Steigerung von chronischen Erkrankungen seien innovative Versorgungsmodelle notwendig, damit Patienten gut betreut werden können. Außerdem werde jeder zweite Einsatz der ACN ohne Krankenhausaufenthalt beendet. Die Patienten werden zuhause versorgt.
"Wir sehen die ACN nicht mehr ausschließlich als Pilotprojekt, sondern als wichtigen Baustein der zukünftigen Gesundheitsversorgung unter dem Dach von Notruf Niederösterreich in Kombination mit dem Notruf und der Gesundheitsberatung 1450", so Antauer.
Die zweite Phase des Pilotprojekts wurde von "prospect" wissenschaftlich bewertet. Die Resultate würden die Entlastung für das stationäre Gesundheitssystem durch das ACN-Projekt nahelegen.
Assma Hajji, Senior Researcher bei "prospect", erklärt: "Rund 51 Prozent der Patient:innen konnten nach dem Einsatz im häuslichen Umfeld verbleiben. Der Großteil dieser Personen musste auch in den darauffolgenden Tagen nicht im Spitalsbereich aufgenommen werden." Das bezieht sich speziell auf ältere Personen – sie sind ein wesentlicher Teil der Patienten von ACN.
"Was ursprünglich als innovatives Pilotprojekt begonnen hat, ist heute ein etabliertes und stark nachgefragtes Versorgungsmodell geworden", so Josef Schmoll, Geschäftsführer von Notruf NÖ. Seit das Projekt gestartet wurde, habe es circa 40.000 medizinische Maßnahmen gegeben.
Die Analyse zeigt auf, dass circa 90 Prozent der Patienten, die zuhause Versorgung erhielten, auch in den nächsten Tagen nicht stationär aufgenommen werden mussten. "Das bestätigt, dass die Entscheidungen medizinisch und pflegerisch nachhaltig richtig getroffen werden", erklärt Schmoll.
Das nächste Ziel sei es, das ACN-Angebot Schritt für Schritt in den regulären Betrieb zu übernehmen und in den nächsten Jahren auf bis zu zehn Standorte zu erweitern.
Christian Fohringer, ebenfalls Geschäftsführer von Notruf NÖ, erläutert: "Viele Menschen benötigen rasch medizinische Hilfe, befinden sich aber nicht in einer lebensbedrohlichen Situation. Genau hier setzt die ACN an." Klassische Einsatzgründe seien zum Beispiel Stürze ohne schwere Verletzungen oder Infekte.
"Die besondere Stärke der ACN liegt in der Kombination aus medizinischer Kompetenz, pflegerischem Fachwissen und rettungsdienstlicher Erfahrung", erläutert Fohringer.