"Mit tiefem Respekt und großer Betroffenheit" reagierte Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer auf die Nachricht vom Tod von Altbischof Maximilian Aichern.
"Mit seinem Glauben, seinem sozialen Engagement und seiner unverwechselbaren Persönlichkeit hat er unser Land über Jahrzehnte geprägt", würdigt Stelzer das Lebenswerk des verstorbenen Bischofs.
Aichern wurde am 26. Dezember 1932 in Wien als Sohn eines Fleischhauers geboren. Nach der Matura und einer kurzen Zeit im elterlichen Betrieb trat er 1954 in das Benediktinerstift St. Lambrecht ein und studierte Theologie in Salzburg sowie am Päpstlichen Athenaeum Sant’Anselmo in Rom. 1959 empfing er in Subiaco die Priesterweihe.
Nach Stationen als Kaplan, Religionslehrer und Abt von St. Lambrecht wurde er 1978 auch Abtpräses der Österreichischen Benediktinerkongregation.
Papst Johannes Paul II. ernannte ihn 1981 zum Bischof der Diözese Linz. Die Bischofsweihe spendete ihm Kardinal Franz König 1982 im Linzer Mariendom, vor zehntausenden Gläubigen. Bis zu seinem altersbedingten Rücktritt 2005 leitete der bei den Oberösterreicherinnen und Oberösterreichern sehr beliebte Aichern fast 24 Jahre lang die Diözese Linz.
Als Bischof trug Aichern den Wahlspruch "In caritate servire – in Liebe dienen" und machte ihn zum Leitmotiv seines kirchlichen und gesellschaftlichen Handelns.
Er galt als sozialer Brückenbauer und mutiger Mahner für Gerechtigkeit: maßgeblich war er an der Formulierung des Sozialhirtenbriefes der österreichischen Bischöfe beteiligt, förderte das Ökumenische Sozialwort, gründete die Bischöfliche Arbeitslosenstiftung und war ein engagierter Wegbereiter der Allianz für den freien Sonntag. In seiner Amtszeit besuchte er in den ersten zehn Jahren alle 485 Pfarren der Diözese und setzte sich kontinuierlich für Solidarität mit den Schwächsten ein.
Altbischof Aichern erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter 1992 das Große Goldene Ehrenzeichen mit dem Stern für Verdienste um die Republik Österreich, 2005 das Große Goldene Ehrenzeichen des Landes Oberösterreich und 2008 den Erwin-Wenzl-Ehrenpreis für sein Lebenswerk.
Landeshauptmann Stelzer betont: "Altbischof Maximilian Aichern war eine moralische und geistige Säule unseres Landes. Sein unermüdliches Eintreten für soziale Gerechtigkeit, die Würde jeder einzelnen Person und den Dialog zwischen Kirche und Gesellschaft bleiben Vorbild und Auftrag für uns alle. Sein Leben war mehr als ein Amt – es war ein Dienst an den Menschen. Mit seinem tiefen Glauben und seinem offenen Herzen hat er vielen Mut gemacht. Wir verlieren einen großen Seelsorger und einen bedeutenden Vertreter des sozialen Gewissens in Österreich."
Stelzer spricht den Angehörigen, den Mitbrüdern im Orden, den Gläubigen der Diözese Linz sowie allen Menschen, die Aichern verbunden waren, sein tief empfundenes Beileid aus und ruft dazu auf, des Verstorbenen in Dankbarkeit zu gedenken.
Anlässlich des Todes von Bischof Aichern ändert der ORF sein Programm. So wird am Sonntag, 1. Februar um 12.54 Uhr in ORF2 in "KREUZ&QUER PLUS" ein Nachruf gesendet.