Vor den Stränden von Sydney herrscht erneut Alarm: Mehrere beliebte Badeplätze wurden in den vergangenen Tagen wiederholt gesperrt, nachdem Haie in Küstennähe entdeckt worden waren.
Betroffen sind unter anderem der weltberühmte Bondi Beach sowie die Strände Tamarama und Bronte. Auch am Freitagmorgen sichteten Rettungskräfte und Drohnen erneut Haie vor der Küste. Badegäste dürfen dort vorerst nicht ins Wasser, während die Behörden die Lage weiter beobachten. Das teilte die Hai-Warnplattform "Shark Smart" des Bundesstaats New South Wales mit.
Aufnahmen der Plattform "Drone Shark App" zeigten in den vergangenen Tagen unter anderem einen Weißen Hai vor dem Bondi Beach. Außerdem sollen weitere gefährliche Haiarten gesichtet worden sein.
Bereits am Donnerstag wurden Surfer per Lautsprecher aufgefordert, das Wasser sofort zu verlassen, nachdem ein Hai in unmittelbarer Nähe entdeckt worden war.
Die jüngsten Sichtungen erfolgen nur zwei Wochen nach einem schweren Haiangriff am Coogee Beach. Am 13. Juni war dort eine 35-jährige Frau beim Schwimmen in Ufernähe mutmaßlich von einem Weißen Hai attackiert und lebensgefährlich verletzt worden.
Um ihr Leben zu retten, mussten Ärzte einen Arm amputieren. Außerdem erlitt sie schwere Verletzungen an einem Bein.
Nach Angaben ihrer Familie hat sich ihr Zustand inzwischen deutlich verbessert. Die Mutter sei nicht mehr in Lebensgefahr, wach und ansprechbar. Außerdem habe sie ihre kleine Tochter erstmals seit dem Angriff wiedersehen können, berichtete die Zeitung "Sydney Morning Herald" unter Berufung auf ihren Bruder. Weitere Operationen stehen ihr jedoch noch bevor.
Der Angriff hat die Diskussion über den Umgang mit Haien in Australien erneut entfacht. Nach solchen Vorfällen werden regelmäßig Forderungen nach einer Keulung laut. Wissenschafter weisen jedoch darauf hin, dass sich der Nutzen dieser Maßnahmen kaum belegen lasse. Zudem stehen Weiße Haie unter strengem Schutz.
Die Behörden von New South Wales setzen deshalb verstärkt auf Drohnen, elektronische Überwachung und weitere Warnsysteme. Gleichzeitig betonen sie, dass sich das Risiko eines Haiangriffs im Meer nie vollständig ausschließen lasse.