Ein gemeinsames Zimmer, händchenhaltend über den Strand spazieren und die eine oder andere Zärtlichkeit austauschen - was für viele unverheiratete Paare eine Selbstverständlichkeit ist, kann im Urlaubsparadies jetzt ins Gefängnis führen. Seit Anfang des Jahres ist in Indonesien Sex außerhalb der Ehe verboten – und darüber hinaus auch das Zusammenleben unverheirateter Paare.
Die Regelung sieht Freiheitsstrafen von bis zu einem Jahr vor und gilt nicht nur für Einheimische, sondern auch für Gäste des beliebten Urlaubslandes - wozu auch die Insel Bali gehört.
Das am 2. Jänner 2026 in Kraft getretene konservative Strafgesetzbuch stellt zudem auch die Beleidigung des Präsidenten und staatlicher Institutionen unter Strafe. Regierungsvertreter betonen allerdings, dass die Anwendung der neuen Bestimmungen in der Praxis eingeschränkt sein soll: Strafrechtliche Ermittlungen würden nur dann eingeleitet, wenn ein unmittelbarer Angehöriger, etwa Ehepartner, Eltern oder Kinder, offiziell Beschwerde einreiche. Dies gelte auch für ausländische Touristen.
Der Gouverneur der beliebten Urlaubsinsel Bali erklärte gegenüber Medien wiederholt, dass Paare in Hotels nicht verpflichtet seien, Heiratsurkunden vorzulegen, und dass Touristen sich weiter "wohl und sicher" fühlen könnten. Dennoch beobachten Reiseveranstalter und Rechtsexperten mit Sorge mögliche Auswirkungen auf das internationale Image des Landes.
Unterdessen zeigen sich Menschenrechtsgruppen alarmiert. Amnesty International warnte bereits vor einem "erheblichen Rückschritt" in puncto bürgerlicher Freiheiten. Auch Human Rights Watch sieht in dem Gesetz einen tiefen Eingriff in private Lebensentscheidungen und die Entscheidung, wen man als Partner wählt.